Leiterplatten-Design-Software Eagle: Version 7 des Adlers ist gelandet

Layout-System Eagle mit XML-Datenformat auf Hochtour
Layout-System Eagle mit XML-Datenformat auf Hochtour

Auch nach der Übernahme von CadSoft durch den Elektronik-Distributor Premier Farnell läuft die Entwicklung des Layout-Systems Eagle auf Hochtouren. Nach der Freigabe der Version 6 mit dem XML-Datenformat vor ungefähr zweieinhalb Jahren führt CadSoft diese Entwicklung mit der neuen Version 7 fort. Es gibt grundlegende Erweiterungen im Schaltplandesign und im Bereich des Autorouters.

Version 7 bietet nun die Möglichkeit, Schaltpläne nicht nur in der bekannten Art und Weise über mehrere Schaltplanseiten zu verteilen, sondern in einer hierarchischen Struktur (Bild) zu erstellen. Die Hierarchie kann eine beliebige Tiefe erreichen. Es können Module angelegt werden, die einen funktionalen Teil der Schaltung darstellen, beispielsweise ein Bandpassfilter oder eine Spannungsversorgung. Diese ­Module werden dann in der übergeordneten Schaltplanebene durch eine sogenannte Modul-Instanz repräsentiert. Eine Modul-Instanz wird als einfacher Block dargestellt.

Soll ein Netz in einem Modul mit der Außenwelt verbunden werden, geschieht das über sogenannte Ports. Der Port schafft die Verbindung zu anderen Modul-Instanzen und somit die Verbindung zu Netzen in anderen Modulen oder zu Bauteilen auf einer höheren Schaltplanebene. Eine Modul-Instanz kann im Schaltplan beliebig oft verwendet werden. Das vereinfacht das Erstellen komplexer Schaltpläne, zum Beispiel bei Schaltungen, die mehrere gleiche Kanäle oder Filter verwenden. Module können auch in verschiedenen Bestückungsvarianten mit unterschiedlichen Bauteile-Werten definiert werden. Filter mit verschiedenen Grenzfrequenzen sind so einfach erstellt. Über die Modul-Instanz legt man schließlich im Schaltplan die Bestückungsvariante fest.

Das Erstellen des Layouts aus einem hierarchisch strukturierten Plan unterscheidet sich im Prinzip nicht von dem nicht hierarchischen Schaltplan. Die Bauteile werden nach Modulen sortiert angeordnet. Das Arrangieren der Bauteile und das Entflechten der Signale findet in gewohnter Manier statt.

Mit dem Stichwort Layout ist man auch schon bei der zweiten großen Neuerung. Nach langer Zeit wurde das ­Auto­router-Modul überarbeitet. Zusätzlich zum bisherigen Autorouter gibt es den neu entwickelten TopRouter als Option, die der Anwender im Autorouter-Setup wählen kann. Der TopRouter verwendet zum Errechnen der Verbindungen im Vergleich zum traditionellen Eagle-Router einen völlig anderen topologischen Ansatz. Nach dem Ermitteln der Wege werden dem intern rasterlos ­arbeitenden TopRouter einige Optimierungsläufe des traditionellen Eagle-Autorouters nachgeschaltet, um das Layout gemäß den Design-Regeln zu entflechten. Das resultierende Layout kommt in der Regel mit bemerkenswert weniger Durchkontaktierungen aus als der traditionelle Eagle-Autorouter.

Verbesserte Konfigurationsmöglichkeiten

Neben dem neuen Routing-Algorithmus gibt es Neuerungen in der Konfiguration des Autorouters. Das Autorouter-Modul unterstützt jetzt Mehrkern-Prozessoren. Damit wird es möglich, mehrere Routing-Varianten gleichzeitig zu bearbeiten. Der ­Anwender kann gleich mehrere Parametersätze definieren und diese von Eagle bearbeiten lassen. Um den Rechner nicht nur für Eagle arbeiten zu lassen, gibt es die Möglichkeit, die Anzahl der verwendeten Prozessorkerne zu begrenzen. Man kann es auch dem Autorouter überlassen, ein geeignetes Routing-Raster und geeignete Variationen der Vorzugsrichtungen in den Signal-Layern des Layouts zu wählen. Je nach Effort-Einstellung, eine Art Freiheitsgrad beim Anlegen von Routing-Varianten, kann das zu einer ansehnlichen Anzahl von Routing-Jobs führen. Der Anwender kann selbstverständlich eingreifen und Anpassungen in den Parametern vornehmen oder auch Varianten löschen oder modifizieren. Während Eagle die einzelnen Routing-­Varianten abarbeitet, kann der Anwender zwischen den einzelnen Jobs umschalten und den entsprechenden Fortschritt beobachten. Nachdem alle Jobs beendet sind, lassen sich die verschiedenen Routing-Ergebnisse direkt im Layout-Editor evaluieren. Gefällt ­eines der Ergebnisse, schließt man den Routing-Prozess per Klick auf das ­Evaluierungs-Icon in der Statuszeile des Layout-Editors ab. Das aktuelle Layout wird gespeichert, alle anderen Varianten verworfen.