Harting/Hirose Interfaces für eine robuste Ethernet- Verkabelung

ix Industrial – eine neue miniaturisierte Ethernet-Schnittstelle
ix Industrial – eine neue miniaturisierte Ethernet-Schnittstelle

Harting präsentierte vor kurzem neue Hardwareschnittstellen als miniaturisiertes Highspeed Ethernet-Trio namens »ix Industrial«, »T1« und »M8 d-kodiert«. Ersteres ist dabei aus der Kooperation mit Hirose entstanden.

Hirose und Harting hatten vor wenigen Monaten vereinbart, ihre Stärken gemeinsam zu bündeln. Das Ergebnis ist der gemeinsame ix Industrial  – eine neue miniaturisierte Ethernet-Schnittstelle für hohe Datenraten. Gemeinsam haben beide Partner das ix-Industrial-Steckgesicht nach IEC/PAS 61076-3-124 genormt, und der Beginn der Produktion ist für April 2017 geplant.

„Zusammen sind HIROSE und HARTING nun in der Lage, ihren Kunden das gemeinsame Fachwissen von zwei der führenden Verbindungstechnologieunternehmen anzubieten. Ihre weltweite Präsenz schafft die direkte Nähe zu Kundendesign und Produktionsstandorten“, sagte Hirose-Präsident Kazunori Ishii jüngst bei einem Pressegespräch auf der „electronica“. Und Philip Harting, Vorstandsvorsitzender der Harting-Technologiegruppe, ergänzte auf derselben Veranstaltung: „Die erfolgreiche Zusammenarbeit bei der Entwicklung, Produktstandardisierung und Vermarktung des miniaturisierten Verbindungstechniksystems für 10Gbit Ethernet ist eine Win-Win-Situation für beide Unternehmen. Wir wollen diese Partnerschaft weiter ausbauen.“

Konsequente Miniaturisierung und mehr Robustheit

Während der ix Industrial gemeinsam mit Hirose entwickelt wurde, werden der T1 und der M8 von Harting in Eigenleistung entwickelt. Alle drei Schnittstellen sind kleiner, robuster, leistungsfähiger als vergleichbare Steckverbinder. Im Vergleich zum etablierten RJ45 hat der ix eine um 70 % verringerte Baugröße der Buchsen.

Diese erlaubt Geräteherstellern einen Einsatz in wesentlich kleineren Geräten, die so leichter der Notwendigkeit der Miniaturisierung gerecht werden können. Das können immer weiter schrumpfende Kamerasysteme sein, an denen eine herkömmliche RJ45 Buchse schon den meisten Platz im Gehäuse einnimmt oder auch Steuereinheiten und kleine Industriecomputer. Die Buchse ist mit fünf THR-Schirmkontakten für Stabilität auf der Leiterplatte ausgelegt. So können Entwickler und Gerätehersteller das neue ix-Industrial-System einfach in neue Geräte integrieren und haben außerdem die Sicherheit, dass dieses Interface sehr fest auf der Leiterplatte verankert ist und auch rauer Handhabung sicher standhält.

Kunde benötigt weniger Platz für die Verbindungstechnik

Für die Geräteverkabelung bietet der deutsche Steckverbinderspezialist dem Anwender flexible und dünne Systemkabel mit kleinem Biegeradius, die auch den Einbau in miniaturisierte Gehäuse ermöglichen. Sie sind beidseitig mit dem ix-Steckgesicht oder gemischt mit ix- und RJ45-Steckverbinder ausgeführt. Die dritte Variante ist auf einer Seite mit einem X-kodierten M12 versehen.

Kleiner wird in der Regel mit filigraner, feiner – aber auch empfindlicher gleichgesetzt. Da aber genau diese, im industriellen Umfeld negativen Eigenschaften beim RJ45 häufiger zu Problemen geführt haben, sind sowohl ix Industrial® Buchse als auch Steckverbinder deutlich robuster konstruiert. Die ix-Steckverbinder verfügen über eine stabile Verrastung über zwei Metallhaken, die beim Stecken mit einem deutlich hörbaren Klick einrasten und so dem Anwender eine akustische und haptische Rückmeldung über die korrekte Verriegelung vermitteln. Sie garantieren damit eine absolut sichere und vibrationsfeste Verbindung vom Kabel bis auf die Leiterplatte.

Das ix-Industrial-Steckgesicht ist durch die Cat. 6A Performance zukunftssicher für 1-/10-Gbit/s-Ethernet ausgelegt, und die hohe Stromtragfähigkeit ermöglicht aktuelle und zukünftige PoE Anwendungen. Damit kombiniert diese Schnittstelle Datenübertragung und Stromversorgung in einem Interface. Der Kunde benötigt weniger Platz für seine Anschlusstechnik.

T1 eignet sich für einpaariges GBit-Ethernet

Harting T1 Industrial wiederum steht für die aktuelle technische Entwicklung auf dem Gebiet des einpaarigen GBit Ethernet. Dieses richtungsweisende Konzept spart Platz, Kosten als auch Verkabelungsaufwand und ist besonders interessant für sehr kleine Ethernet-Teilnehmer. Die Harting-Technologiegruppe treibt momentan im Rahmen eines IEC-Normenprojektes die Normierung eines entsprechenden Steckgesichts voran.

M8 für Ethernet, Cloud und Feldverkabelung

 M8 schließlich steht stellvertretend für die “schlanke” Übertragung von Ethernet von der Cloud bis in die Spitzen der Feldverkabelung. Damit sind Steuerung und Überwachung keine abgeschotteten Systeme mehr, sondern können global mit anderen Standorten und notwendigen Informationsquellen kommunizieren.