Energiespeicher Swatch-Superbatterie nimmt Formen an

Swatch will seine »Superbatterie« bereits 2017 in Elektroautos zum Einsatz bringen. Zuvor sollen schon Elektrofahrräder, E-Scooter oder Drohnen von ihr profitieren.
Swatch will seine »Superbatterie« bereits 2017 in Elektroautos zum Einsatz bringen. Zuvor sollen schon Elektrofahrräder, E-Scooter oder Drohnen von ihr profitieren.

Swatch will bereits im Juni 2016 die industrielle Fertigung seiner Prototyp-Energiespeicherserie starten, wie die Schweizer Handelszeitung berichtete. Zunächst soll es diese für Elektrofahrräder, E-Scooter und Drohnen geben. Ab 2017 soll sie auch in Elektrofahrzeugen zum Einsatz kommen.

Bereits im Februar diesen Jahres hatte Nick Hayek, Präsident der Konzernleitung, angekündigt, dass Swatch an einer leistungsstarken Batterie für Elektrofahrzeuge arbeitet. Nun soll schon im nächsten Juni mit der industriellen Fertigung der Prototyp-Serie einer in den letzten Jahren von der Swatch-Tochter Belenos entwickelten »Superbatterie« begonnen werden; zunächst für E-Bikes, E-Scooter und Drohnen, ab 2017 für Autos — »den Bereich mit dem größten Potenzial«, wie sich Hayek gegenüber der Handelszeitung äußerte.

Hayek sieht durch den Diesel-Abgasskandal ein »gutes Timing« für die neue Batterietechnologie. Die in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich entwickelte Hightech-Batterie hat das Zeug, den aktuellen Batterie-Benchmark von Tesla zu toppen: So wiegt das Tesla-Panasonic-Paket 530 kg, Nick Hayek soll hingegen 350 kg versprochen haben – bei gleicher Reichweite. Der Swatch-Konzernchef spricht von einer 30 Prozent grösseren Leistungsfähigkeit des Belenos-Prototyps im Vergleich zum Batteriepaket, das in der Wüste von Nevada ab 2016 in 500.000-facher Ausführung vom Band gehen wird. Bei gleichem Gewicht liege die Reichweite von Belenos bei 780 km, gegenüber den 530 von Tesla.

Zudem soll es Swatch gelungen sein, eines der großen Handicaps von Elektrofahrzeugen zu reduzieren: Die lange Aufladezeit. So soll sich die Batterie doppelt so schnell aufladen lassen. Auch bei der Sicherheit gibt es Fortschritte. Die Membran, welche Anode und Kathode trennt, ist bei Belenos nicht flüssig, sondern fest — was die Explosionsgefahr bei einem Crash verkleinert.