Ladeinfrastruktur ausbauen Siemens kauft sich bei Ubitricity ein

Siemens steigt bei Ubitricity en, Anbieter von intelligenten Stromzählen bei Messung und Abrechnung.
Siemens steigt bei Ubitricity en, Anbieter von intelligenten Stromzählen bei Messung und Abrechnung.

Ubitricity und die Siemens Division Energy Management werden bei der Entwicklung von Lösungen und Geschäftsmodellen im Bereich der Elektromobilität zusammenarbeiten. Hierfür erwarb Siemens kürzlich einen Teil des Berliner Unternehmens.

Ubitricity als Anbieter für intelligente Lade- und Abrechnungslösungen ermöglicht über eine digitale Plattform neue Geschäftsmodelle im Bereich der Energiedienstleistungen für die Elektromobilität. Siemens Energy Management bietet Produkte, Systeme und Lösungen für die zuverlässige Übertragung und Verteilung elektrischer Energie an. Gemeinsam wollen beide Unternehmen neue Produkte und Geschäftsmodelle beispielsweise für Smart Cities, Flottenbetreiber, Parkhäuser und die Immobilienwirtschaft entwickeln.

Siemens will durch komplementäre Angebote wie Ladeinfrastruktur, Abrechnungs- und Smart Grid-Lösungen den Bedarf des Elektromobilitäts-Marktes besser bedienen. Dieses Vorhaben wird durch die aktuelle Investition in Ubitricity unterstrichen. Das Investment wurde in Zusammenarbeit mit next47, einer von Siemens gebildeten globalen Venture Firma, abgeschlossen.

Moritz Ingerfeld, Leiter Business Development eCharging bei Siemens Energy Management erklärt: »Die komplementäre Ubitricity-Technologie hat uns überzeugt. Sie nutzt gezielt die Digitalisierung im Energiebereich und erlaubt völlig neue Geschäftsmodelle im Zukunftsmarkt der Energiedienstleistungen für die Elektromobilität. Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Ubitricity und werden beim Roll-out der Lösung und ihrer Weiterentwicklung unterstützen.«

Herzstück der Ubitricity-Lösung ist ein mobiler Stromzähler. Integriert in ein intelligentes Ladekabel mit sicherer Mobilfunkkommunikation schaltet dieses Ladevorgänge automatisch frei, erfasst die Verbrauchdaten fahrzeuggenau und sendet diese zur Abrechnung an eine Energiedatenplattform. Basis hierfür ist ein Stromvertrag, der für das Kabel abgeschlossen wird.

Da ein Teil der Technik, die üblicherweise in Ladesäulen eingebaut ist, bereits im Ladekabel integriert ist, sind die entsprechenden Ladepunkte günstig und klein. Letzteres ermöglicht beispielsweise bezahlbare großvolumige Installationen in Immobilien und die einfache Integration der Ladepunkte in Stadtmöbel wie Straßenlaternen. In London baut der Hersteller derzeit mit mehreren Bezirken und Unternehmen gezielt lichtmastintegrierte Ladepunkte für Anwohner auf.

Über den mobilen Stromzähler lassen sich Ladevorgänge gezielt steuern, um Fahrzeuge entsprechend der situativen Auslastung der Stromnetze zu laden. Als dezentraler Speicher für erneuerbare Energien können E-Fahrzeuge so in das Smart Grid integriert werden.