Continental erhöht aktive Fahrsicherheit Road Condition Observer erkennt Straßenverhältnisse

Mit dem Road Condition Observer ermöglicht Continental eine Klassifizierung der Straßenverhältnisse im Hinblick darauf, wie gut die Reifen haften.
Mit dem Road Condition Observer ermöglicht Continental eine Klassifizierung der Straßenverhältnisse im Hinblick darauf, wie gut die Reifen haften.

Continental hat mit dem Road Condition Observer eine Lösung entwickelt, die eine Klassifizierung der Straßenverhältnisse im Hinblick darauf ermöglicht, wie gut die Reifen haften. Ein Algorithmus erkennt typische Merkmale für die vier Straßenzustände trocken, nass, verschneit und vereist.

Nasse und glatte Straßenverhältnisse sind häufig Ursache für Unfälle. Selbst routinierte, erfahrene Autofahrer verschätzen sich immer wieder bei der Vorhersage, wie gut die Reifen auf der Fahrbahn haften. Continental entwickelt als Reaktion auf diese Gefährdung eine neue Lösung mit dem Namen Road Condition Observer. Ein speziell entwickelter Algorithmus erkennt typische Merkmale für die vier unterschiedlichen Straßenzustände trocken, nass, verschneit und vereist. Aktuell befindet sich die Nässeerkennung bereits in der erweiterten Erprobung bei Fahrzeugherstellern. Für den Road Condition Observer werden im Fahrzeug vorhandene Sensoren genutzt, um Hinweise auf die Griffigkeit der Fahrbahnoberfläche zu gewinnen. Momentan ist es allein Aufgabe des Fahrers, das Wetter zu beurteilen und mit seinen Beobachtungen im Fahrzeugumfeld zu kombinieren um dann die richtigen Schlussfolgerungen über den vermeintlichen Straßenzustand zu ziehen. Künftig soll der Road Condition Observer den Fahrer dabei unterstützen und die Fahrerassistenzsysteme in die Lage versetzen, widrige Bedingungen zu erkennen und darauf angemessen und rechtzeitig zu reagieren.

Schon seit Jahrzehnten wird in der Automobilindustrie daran geforscht, den verfügbaren Reibwert als Wechselwirkung zwischen Reifen und Fahrbahn möglichst vorausschauend zu erkennen, um diese Information zur Absicherung für das eigene Fahrzeug zu nutzen.  Alle früheren Versuche in dieser Richtung scheiterten aber an unzulänglichen Sensoren und fehlenden oder zu teuren Rechenkapazitäten. Nun ist es Continental gelungen ein System zu entwickeln, das den Fahrbahnzustand erfasst und eine Klassifikation in trocken, nass, verschneit und vereist ermöglicht. Dabei wird neben den Fahrdynamiksensoren auch eine Monokamera genutzt. Der Vorteil dabei ist: Die Elektronische Stabilitätskontrolle ist in den meisten Fahrzeugen Serienausstattung und Monokameras sind aufgrund der wachsenden Verbreitung von Fahrerassistenzsystemen in immer mehr Fahrzeugen verfügbar.

Durch Auswertung der Kamerabilder des Umfelds direkt vor dem Auto, einem Abgleich mit Fahrdynamikdaten des ESC, des Wissens um lokale und regionale Wetterdaten (Temperatur, Wischeraktivität und Daten aus der Cloud) sowie dem Reifenverhalten kann der Road Condition Observer die Straßenverhältnisse klassifizieren. Aus dieser kann im Folgeschritt eine Reibwertklasse abgeleitet werden. Damit leistet der Road Condition Observer einen Beitrag zur erhöhten aktiven Fahrsicherheit.

Im Zuge der weiteren Entwicklung werden die Informationen des Road Condition Observer in ein erweitertes 360-Grad Umfeldmodell einfließen. Das ist die Voraussetzung für ein umfassenderes Verständnis der gesamten Fahrszene. Das Umfeldmodell entsteht durch die Fusion verschiedener Informationsquellen. Dabei spielen die Einbindung von Fahrbahngeometrie, Eigenlokalisierung, Verkehrsregelerkennung, modellbasiertes Tracking von bewegten Objekten sowie eine Erkennung von befahrbaren Freiräumen eine Rolle.