ZVEI-Prognose für Mikroelektronik bis 2010

Der Wachstumstrend in der Mikroelektronik wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Das geht aus der neuesten Studie des Fachverbandes Electronic Components and Systems im ZVEI hervor.

Allerdings wird er mit 5 bis 8 Prozent im Jahr nicht mehr so hoch sein wie zwischen 1960 und 1995, wo es jährliche Wachstumsraten von 15 Prozent gab. Diese Bewegung ist in erster Linie auf Sättigungserscheinungen zurückzuführen. Im Gegensatz dazu blieb die Wachstumsrate bei den IC-Stückzahlen mit etwa 8,5 Prozent pro Jahr praktisch unverändert, wobei der ZVEI Anzeichen erkennt, dass sich diese nach oben entwickeln könnte.

Bis 2010 wird sich die Hälfte des Welthalbleitermarktes im asiatisch- pazifischen Wirtschaftsraum konzentrieren. Für Verlagerungen von Entwicklungsabteilungen vieler Firmen, scheint dabei Indien wichtiger zu werden, welches bisher noch keine so große Rolle spielte. Problematisch ist, dass es langfristig nicht nur eine Fertigungsverlagerung gibt, sondern auch einen nahezu kostenlosen Know-how-Transfer, der bei der dauerhaften Aufgabe von Fertigungen zum gänzlichen Know-how-Verlust führen kann.

Beim Verbrauch unterdessen liegt Japan ganz vorn. 347 Dollar/Kopf geben die Japaner im Schnitt für Mikroelektronik aus. Relativ weit abgeschlagen folgen die USA (116 Dollar/Kopf), die wiederum geringfügig vor Europa (93 Dollar/Kopf) lagen, wobei all diese Regionen von 2000 bis 2005 Federn lassen mussten. Deutschland widersetzte sich diesem Trend und konnte von 148 auf 177 Dollar/Kopf zulegen. China steigerte seinen Verbrauch von 10 auf 25 Dollar/Kopf und wird diesen wohl bis 2010 fast vervierfachen.

Entgegen dem europäischen Trend, konnte Deutschland seinen Anteil am weltweiten Mikroelektronikmarkt von 5,6 Prozent in 2000 auf 6,4 Prozent deutlich ausbauen. Der Anteil Deutschlands innerhalb Europas ist sogar von 27,1 Prozent auf 36,9 Prozent gewachsen.

Grund für diese positive Entwicklung ist im Wesentlichen die boomende Kfz-Elektronik, deren Volumen sich von 2000 bis 2006 fast verdoppelt hat. Tendenziell wird diese Entwicklung in den nächsten Jahren zu einem weiterhin steigenden Anteil der Automobilelektronik führen. Die Kehrseite ist, dass somit die Abhängigkeit von nur einem Segment steigt.

Ausführlichere Informationen finden Sie in der Elektronik-Ausgabe 2 am 23.01.2007 bzw. beim ZVEI.