Was Elektronikfirmen heute von Absolventen erwarten

Markt- und Kundenorientierung sind neben guten Englischkenntnissen Pflicht für Elektrotechnik-Absolventen. Da Unis aber vor allem technisch ausbilden, ist vor allem Eigeninitiative und eine solide Karriereplanung gefordert.

Was fordern Elektronikfirmen heute von Absolventen? Bereitet die Uni ausreichend auf die Anforderungen im Berufsleben vor? Nein, glaubt man Personalern.

Besonders heftig gewünscht wird »Markt- und Kundenorientierung«: »Unsere Niederlassung hier in Deutschland ist sehr vertriebsorientiert. Neben Technikverständnis sind die Fähigkeiten, die Probleme des Kunden zu verstehen sowie Teamwork unerlässlich«, sagt zum Beispiel Frank Vollmering, Director Human Resources European Sales&Marketing bei Analog Devices.

Englisch ist inzwischen selbstverständlich, in manchen international operierenden Firmen sogar die vorherrschende Sprache, so etwa bei Freescale. 70 Prozent des täglichen E-Mail-Verkehrs läuft auf Englisch, sagt Personalleiter Oliver Kaltenbach.

Die wohl derzeit besten Chancen auf eine Anstellung haben Analog-Spezialisten. Die Universitäten bilden hier nicht tiefgreifend genug und in ausreichender Zahl aus, das bekommen Texas Instruments und Analog Devices unangenehm zu spüren. TI behilft sich daher selbst und schickt Absolventen mit »einer Passion für Analog« (O-Ton Jessacher) auf die unternehmenseigene »Analog Academy«: Ein Jahr lang theoretisches und praktisches Lernen an ausgewählten Projekten mit analogem Fokus. Zielgruppe sind Absolventen und Berufsanfänger.