Sicherheit in 3D

Das „sichere Auge“ bei DaimlerChrysler

Bei DaimlerChrysler kommt die Videolösung erstmals im April im Sindelfinger Montagewerk zum Einsatz, und zwar an mehreren Handarbeitsstationen zur Scheiben- Vormontage. Die Mitarbeiter legen in diesen Stationen eine Frontscheibe in eine Vorrichtung. Mittels Saugnäpfen wird die Scheibe fixiert. Der Mitarbeiter montiert dann den Licht- und Regensensor, der mit Hilfe von Vakuum befestigt wird, und bringt anschließend das Haftmittel am Außenrand an, das zur Befestigung der Scheibe an die Karosserie nötig ist. Zum Abschluss des Arbeitsvorgangs verlässt der Mitarbeiter die Station und startet den automatischen Betrieb. Diese Arbeitsstationen haben etwa die Größe von 3 x 1 x 2 Metern (Breite, Tiefe, Höhe).

Die Sicherheit des Arbeiters gewährleisten in solchen Stationen bis dato Lichtgitter und Laserscanner. Betritt ein Werker eine Station, schaltet das Lichtgitter alle gefährlichen Bewegungen ab. Der Laserscanner ist als Hintertretschutz eingesetzt. Das heißt: Erst wenn sich die entsprechende Person aus dem Gefahrenbereich entfernt hat, lässt sich die Station über Fußoder Handtaster starten.

Abgesehen von den Investitionskosten der einzelnen Systeme ist für das Engineering, die Installation und Inbetriebnahme der Anlage zum Teil erheblicher Aufwand zu treiben. Sämtliche Sicherheitskomponenten müssen einzeln auf entsprechende Busteilnehmer installiert, eingerichtet und dokumentiert werden. Auch während des Betriebs entstehen nicht zu vernachlässigende Kosten, unter anderem für wiederkehrende Prüfungen im festgeschriebenen Rhythmus.

Künftig soll SafetyEye gleich zwei solcher Anlagen absichern, die im Winkel von 90 Grad zueinander angeordnet sind, sprich die Schutzzonen zweier benachbarter Anlagen gleichzeitig über ein System überwachen. Dazu wird die Sensoreinheit in etwa vier Metern Höhe mit Einsicht in beide Anlagen angebracht und die Schutzfelder werden entsprechend eingerichtet. Auf diese Weise wird je Station eine Schutzfeldgruppe festgelegt, die unabhängig zur anderen geschaltet wird. Die Sicherheitseinrichtungen wie Laserscanner und Lichtgitter sind dann überflüssig und die Station lässt sich weitaus offener gestalten, da zudem die Schutzgitter an der Seite der Anlage entfallen. Letztlich können die Planer dadurch die gesamte Anlage wesentlich besser auf die ergonomischen Bedürfnisse der Mitarbeiter abstimmen.