Schwerpunkte

99 % weniger Aerosolpartikel

Gezielte Luftführung schützt vor Infektion

18. August 2020, 11:40 Uhr   |  Nicole Wörner

Gezielte Luftführung schützt vor Infektion
© Global Engineering Service

Eine klare Raumnutzungsplanung ist die Grundlage für das Funktionieren der neuen lufttechnischen Anlage.

Kommunikation in geschlossenen Räumen ohne Maske und Mindestabstand? In Zeiten der Corona-Pandemie kaum noch denkbar. Doch ein neues lufttechnisches System soll nun endlich wieder für mehr Normalität im Umgang miteinander sorgen.

Das in Zusammenarbeit internationaler Wissenschaftler und Experten entwickelte Schutzsystem kombiniert in bislang einzigartiger Weise Maßnahmen der gezielten Luftführung und abgestimmte Luftwechselraten mit lufttechnischen Raumtrennungen und entzieht der Atemluft 99 % der Aerosolpartikel, die hauptursächlich für eine Infektion mit SARS-Cov-2-Viren sind.

In geschlossenen Räumen werden Personen durch lufttechnische Barrieren so voneinander getrennt, dass sie selbst ohne eine Mund-Nasen-Bedeckung und mit geringem Abstand kommunizieren können, ohne sich über die emittierten Atemaerosole zu infizieren.

Gleichzeitig werden die luftgetragenen, vom Menschen freigesetzten und potentiell mit SARS-COV-2-Viren befrachteten Partikel durch gezielte Luftführung einem geeigneten Filtersystem zugeführt und auf diese Weise der Atemluft entzogen. Durch schrittweise Abreicherung von Aerosolen in der Innenraumluft sinkt das Infektionsrisiko erheblich. Die gefilterte Abluft wird dem Innenraum wieder zugeführt und zur Aufrechterhaltung der Luftbarrieren eingesetzt.

Durch die Raumnutzungsplanung wird konkretes Verhalten der Mitarbeiter definiert. Nutzungsbereiche werden durch einen Luftvorhang (2) von Durchgangsbereichen (1) getrennt. Eine optische Kennzeichnung (3) führt Personen mit dem erforderlichen Sicherhe
© Global Engineering Service

Durch die Raumnutzungsplanung wird konkretes Verhalten der Mitarbeiter definiert. Nutzungsbereiche werden durch einen Luftvorhang (2) von Durchgangsbereichen (1) getrennt. Eine optische Kennzeichnung (3) führt Personen mit dem erforderlichen Sicherheitsabstand durch den Raum. Innerhalb der Nutzungsbereiche erfasst die Absaugung (4) Aerosolpartikel bis 20 μm direkt an der Entstehungsquelle und leitet sie gezielt einem Virenfiltersystem zu. Ergänzend hebt der Luftvorhang größere Aerosolpartikel ( > 20 μm) über die Atemebene an, wo sie durch das Abluftsystem (4) abgesaugt und einem Virenfilter zugeleitet werden. Der Vorgang der Absaugung wird durch die laminare Luftstömung des Vorhangs von unten verstärkt.

Und so funktioniert das System (s. Bild): 

Nutzungsbereiche werden durch einen Luftvorhang (2) von Durchgangsbereichen (1) getrennt. Eine optische Kennzeichnung (3) führt Personen mit dem erforderlichen Sicherheitsabstand durch den Raum. Innerhalb der Nutzungsbereiche erfasst die Absaugung (4) Aerosolpartikel bis 20 μm direkt an der Entstehungsquelle und leitet sie gezielt einem Virenfiltersystem zu. Ergänzend hebt der Luftvorhang größere Aerosolpartikel ( > 20 μm) über die Atemebene an, wo sie durch das Abluftsystem (4) abgesaugt und einem Virenfilter zugeleitet werden. Der Vorgang der Absaugung wird durch die laminare Luftstömung des Vorhangs von unten verstärkt.

Das Schutzsystem ist standardisiert und kann in jeder Art von Innenraum angewendet werden, in dem sich mehrere Personen über einen längeren Zeitraum gleichzeitig aufhalten - am Arbeitsplatz in der Produktion, im Großraumbüro, in Tagungsstätten und Beherbergungsbetrieben und nicht zuletzt in Klassenzimmern und Hörsälen von Schulen und Universitäten. 

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