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Embedded World 2020

Das haben Bosch Sensortec und Infineon gemeinsam

27. Februar 2020, 07:00 Uhr   |  Markus Haller

Das haben Bosch Sensortec und Infineon gemeinsam
© M. Haller | Elektronik

Bosch zeigte in Halle 4A seine MEMS-Sensoren und ein neues Projektionssystem für Smart Glasses.

Auf der Fachmesse rückte die MEMS-Tochter von Bosch ein Projektionssystem für Smart Glasses in den Fokus. Und seine Ambitionen als Systemanbieter.

»Für Sensorhersteller gelten andere Gesetze als für Halbleiterhersteller«, sagt Bosch Sensortecs Geschäftsführer Dr. Stefan Finkbeiner im Gespräch auf der Embedded World. Um MEMS-Sensoren herum ein System aufzubauen, ist schwieriger als es bei Halbleiterbausteinen der Fall ist. Trotzdem verfolgt Finkbeiner mit Bosch Sensortec das gleiche Ziel, das Infineons Vorstandsvorsitzender Dr. Reinhard Ploss auf der Jahreshauptversammlung am 20. Februar 2020 ausgegeben hat: Es soll nicht mehr allein die Komponente optimiert und verkauft werden, sondern Wissen auf Systemebene aufgebaut werden. »Kunden fragen heute nicht mehr nach einem Inertial- oder Beschleunigungssensor mit einer bestimmten Auflösung, sondern wollen ein System, das zum Beispiel erkennt, wann ein Smartphone in die Hosentasche gesteckt wird«. Dafür braucht es Wissen über die einzelne Komponente und das Fertigungsverfahren hinaus.

Smart Drive System

Größenvergleich: Das Light Drive System ist laut Hersteller aktuell das kompakteste Projektionssystem für Smartglasses.
Innenleben des Projektionssystems.
Ein Anwendungsfeld ist das Einblenden von Textnachrichten direkt ins Sichtfeld während einer Autofahrt.

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Umgesetzt wurde der neue Ansatz bei der Entwicklung eines nur zehn Gramm schweren Projektors für Smart Glasses »Light Drive«, der 2021 für Großkunden lieferbar sein wird. Laut Hersteller ist es 30% flacher als vergleichbare Projektionssysteme. Von der Bosch-Tochter stammen die MEMS-Spiegel zu Lichtablenkung, der LED-Treiber-IC, die Software und der Video-Baustein. Laserdiode, Leiterplatten und Optik stammen von Partnern. Das Systemwissen, das zur kundenspezifischen Anpassung benötigt wird, liegt bei Sensortec. Der Sprung zum Smart-Glasses-Hersteller ist theoretisch nicht mehr weit. Eine eigene Brille werde man aber definitiv nicht fertigen, sondern sei vielmehr auf der Suche nach einem Leitkunden, der das Projektionssystem integriert und in Großserie produziert.

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