Schwerpunkte

Aktion »Elektronik-Leser testen«

Gute Noten für RS-Bauteiletester

26. März 2020, 14:17 Uhr   |  Gerhard Stelzer

Gute Noten für RS-Bauteiletester
© RS Components

Zehn Elektronik-Leser haben den Bauteiletester „RS Pro ICT 76“ von RS Components auf Herz und Nieren geprüft. Hier sind die Testergebnisse.

In der Elektronik-Ausgabe 24/2019 haben wir Sie, liebe Leser, aufgefordert, sich bei uns als Tester für das Bau­elemente-Prüfgerät »RS Pro ICT 76 Component Tester« von RS Components zu bewerben. Wir haben uns sehr über die zahlreichen Rückmeldungen gefreut. Vielen Dank.

Aus mehr als 120 Interessenten hatten wir dann zehn Tester für das Bauelemente-Prüfgerät ausgelost. An jeden wurden von der Redaktion ein Testbogen zum Ausfüllen und von RS Components das Testobjekt versandt. Nun liegen die Ergebnisse vor. Zunächst eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Daten des Testobjekts.

Steckbrief »RS PRO-ICT 76 Component-Tester von RS Components

Der »RS Pro ICT 76 Component Tester« der Eigenmarke RS Pro des Distributors RS Components besitzt eine Digitalanzeige mit einem maximalen Anzeigewert von 1999 sowie automatische Anzeigen für Polarität, Dezimalpunkt, Bereichsüberschreitung und Batterie-Unterspannung. Über einen zentralen Drehschalter lassen sich die verschiedenen Prüf- und Messbetriebsarten und –bereiche einstellen. Das Prüfgerät misst Kapazitäten bis 20 mF und Widerstände bis 20 MOhm. Darüber hinaus lassen sich Dioden, steuerbare Silizium-Gleichrichter, Leuchtdioden (LEDs) und Thyristoren prüfen sowie Transistoren nach hFE und Leckströmen vermessen. Ein eingebauter Batterietester prüft folgende Typen: 9 V, 1,5 V (AA, C, D) und 1,55 V Knopfzellen. Der Betriebstemperaturbereich liegt zwischen 0 und 50°C und als interne Spannungsversorgung dient ein 9V-Block, der etwa für 200 Betriebsstunden reicht.

Zweite Aktion: »Leser-Testen« ein voller Erfolg

Die Elektronik-Redaktion bedankt sich bei  den zahlreichen (mehr als 120) Lesern, die durch ihre Bewerbung zum Tester Interesse  an unserer Aktion »Leser testen« gezeigt  haben. Ganz besonderer Dank gebührt den  glücklichen zehn Testern, die ausgelost wurden. Die zurückgeschickten Testbögen zeugen von hoher Kompetenz und Gewissenhaftigkeit, sodass dabei eine fundierte Bewertung  zustande gekommen ist. Als »Zuckerl« für  den Testaufwand, dürfen alle Tester das von  Ihnen auf Herz und Nieren geprüfte RS Pro Bauelemente-Prüfgerät ICT 76 behalten.
Falls Sie diesmal nicht zum Zug gekommen sind, dann drücken wir Ihnen die Daumen  für einen der nächsten Testläufe, wenn es  wieder heißt »Leser testen«.

Was wurde getestet?

Der Test gliedert sich in vier Teile:
1. Vor der Inbetriebnahme
2. Inbetriebnahme
3. Betrieb
4. Fazit

Die Tester konnten die Einzeldisziplinen mit Schulnoten von 1 bis 5 bewerten. Für Beurteilungen, die nicht in das Notenraster passen, gab es Kommentarfelder zur freien Beantwortung, die auch gerne genutzt wurden.

Die Testergebnisse im Überblick

EK Logo 4Sterne Leser testen
© Elektronik | WEKA FACHMEDIEN

Eine gute Bewertung mit vier Sternen konnte der »RS Pro ICT 76 Component Tester« von RS Components im Test durch die Leser erzielen.

1. Vor der Inbetriebnahme    2,3
2. Inbetriebnahme    1,3
3. Betrieb    1,8
4. Fazit    2,1

1) Vor der Inbetriebnahme

Vor der Inbetriebnahme geht es um die Kriterien Lieferung und Verpackung, Dokumentation und den Lieferumfang. Die Inbetriebnahme umfasst Umfang und Aufwand des Zusammenbaus sowie die Passgenauigkeit der Einzelteile.

Lieferung und Verpackung:

  • ökologische Verpackung    1,9
  • Schutz des Geräts    1,8
  • Wiederverwendbarkeit der Verpackung    3,2

Einige Tester bemerkten, dass die Verpackung einfach und zweckmäßig sei. Man könnte auf die ein oder andere Folienverpackung  verzichten. Ein Hinweis lautete: Beim Transport kann das Gerät in der Verpackung »wandern«. Da das Gerät aber selbst in Kunststofffolie verpackt ist, besteht keine Gefahr einer Beschädigung.

Dokumentation:

  • Umfang und inhaltliche Vollständigkeit     1,6
  • Verständlichkeit, Sprache, (Print oder elektronisch)     1,3
  • Konformitätserklärung     3,2
  • Prüfsiegel    3,7

Manche Tester monierten die fehlende Konformitätserklärung. CE-Siegel sei zwar  vorhanden, aber leicht ablösbar, da aufgeklebt. Dies erklärt die vergleichsweise schwache Benotung dieser beiden Punkte.

Lieferumfang:

  • Vollständigkeit des Geräts mit allen erforderlichen Elementen, Umfang des Zubehörs (inkl. Betriebsanleitung)    1,4

Die Tester merkten an, dass Prüfspitzen anstelle der Prüfklemmen besser wären und dass die Messstrippen insgesmat etwas kurz geraten sind.

Im Ergebnis wurde der Punkt »Vor der Inbetriebnahme« mit der Durchschnittsnote 2,3 bewertet.

2) Inbetriebnahme

  • Umfang und Aufwand    1,0
  • Komplexität    1,4
  • Passgenauigkeit der Elemente    1,4
  • Die Mehrheit der Tester war zufrieden: »Alles passgenau. Einfachste Inbetriebnahme und auch Bedienung sehr einfach.« Einziger Kritikpunkt: Die Prüfklemmen würde ein Tester gegen andere austauschen.

Insgesamt wurde der Punkt »Inbetriebnahme« mit der Durchschnittsnote 1,3 bewertet.

3) Betrieb

Bedienung:

  • Funktionsumfang    1,8
  • Funktionswahl/Messbereichswahl    1,6
  • Messdauer (Zeit bis zur stabilen Anzeige)        1,4
  • Bauteil-/Messkabelmontage    2,0
  • Reinigung    1,8
  • Messkabel    2,3
  • Gerät    1,4

Ein Tester wünscht sich einen Adapter für den Transistortest und einer
hätte sich einen eigenen Messbereich für kleine Induktivitäten gewünscht. Mehrere Tester monierten, dass das beiliegende Messkabel sich nicht für SMT-Bauteile eignet (keine Prüfspitzen).

Kapazitätsmessung    1,9

  • Kondensator kleiner Kapazität (<1 nF)    1,9
  • Elko großer Kapazität (>47 μF)    1,2
  • Goldcap großer Kapazität (>1 mF)    2,0
  • Nullabgleich    2,4

Mit dem Nullabgleich hatten fast alle Tester Probleme: Das Spektrum der Kommentare reichte von: »... ist sehr fummelig bis... konnte bei meinem Gerät ohne Messkabel nicht durchgeführt werden, da sich die Anzeige hier nicht über -4.5 einstellen lässt«.

Ein Tester bemerkte positiv: Die Kapazitätsmessung funktioniert bei Kondensatoren mit langen Drähten sehr gut, Folienkondensatoren mit kürzeren Drähten lassen sich nur per Kabel prüfen, da die Kontakte der Testfassung zu tief liegen. Die Messgenauigkeit ist sehr gut, die Messzeit auch bei großen Kapazitäten ebenfalls sehr gut. Schön wäre noch ein Bereich bis 1 F, da heute schon Supercaps bis 10 F verbreitet sind.

Widerstandsmessung   1,6

  • kleiner Widerstand (< 1 Ω)    2,0
  • mittlerer Widerstand (1 kΩ - 470 kΩ)    1,3
  • großer Widerstand (> 1 MΩ)    1,6

Mit der Widerstandsmessung waren die Tester sehr zufrieden. Eine Bemer­kung war: Die Widerstandsmessung funktioniert sehr gut. Im größten Messbereich (20M) ist die Messzeit etwas lang. Schön wäre hier auch ein Kontaktfeld wie bei der Kapazitätsmessung, um bedrahtete Widerstände ohne Kabel messen zu können.

Transistortest    2,6

  • PNP-Kleinsignaltransistor (P < 1 W)    1,8
  • hFE    1,8
  •  ICE0    2,1
  • PNP-Leistungstransistor (P > 1 W)    2,3
  •  hFE    1,9
  •  ICE0    2,4
  • NPN-Kleinsignaltransistor (P < 1 W)    1,8
  •  hFE    1,7
  • ICE0    2,4
  • NPN-Leistungstransistor (P > 1 W)    2,0
  • hFE    2,0
  • ICE0    2,4

Ein Tester kritisierte: Leistungstransistoren nicht messbar, da Anschluss zu klein für TO-Gehäuse-Pins. hFE springt. Automatische Komponenten­erkennung wäre schön bei unbekannten Bauelementen. Ein anderer Tester: Die Durchführung der Transistormessung ist eine sehr fummelige Angelegenheit. Die hFE-Messung funktionierte sehr gut, die Leckstrommessung brachte bei allen geprüften Transis­toren den Wert 000. Da ist wohl der Messbereich zu unempfindlich.

Einer unser Leser-Tester vermisst einen Kondensator mit dem Bauelementeprüfgerät ICT 76.
© Elektronik (Urheber der Redaktion bekannt)

Einer unser Leser-Tester (möchte anonym bleiben) vermisst einen Kondensator mit dem Bauelementeprüfgerät ICT 76.

Thyristortest      2,0

  • Thyristor kleiner Leistung (P < 1 W)    1,8
  • Thyristor großer Leistung (P > 1 W)    1,7

Die meisten Tester verzichteten auf einen Thyristortest. Ein Tester merkte
an: Anschlüsse zu klein, nicht messbar, Automatische Erkennung wäre schön.


Diodentest    1,4

  • Schaltdiode    1,3
  • Schottky-Diode    1,3
  • Leistungsdiode (IF > 1 A)    1,8

Ein Tester kommentierte: Der Diodentest funktioniert gut. Schön wäre ein Messbereich für den Leckstrom (nA).

LED-Test    1,3

  • einfache 3-/5-mm-LED        1,2
  • ultrahelle-LED        1,2
  • IR-LED        1,4
  • Leistungs-LED        1,7
  • Weiße LED        1,4
  • RGB-LED        1,5

Zufriedene Tester: Der LED-Test ist eine tolle Sache und funktioniert sehr gut, normale LED und ultrahelle LED können sicher vermessen werden.

Batterietest    1,4

  • 1,5-V-Zellen (AA/C/D)    1,3
  • Knopfzellen 1,5 V (z.B. LR44)    1,3
  • Knopfzellen 3 V (z.B. CR2032)    1,4
  • NiMH-Zellen    1,5
  • 9-V-Block    1,4

Ein Tester kommentierte: Der Batterietest funktioniert sehr gut. Leider ist bei schlechter Beleuchtung die rote Beschriftung des Gehäuses für diesen Messbereich nur sehr schlecht lesbar.

Sicherheit

  • Elektrische Sicherheit    1,0
  • ESD-Schutz    1,4
  • Robustheit (raue Umgebungen)    2,0

Ergonomie und Haptik

  • Gerät    1,1
  • Messkabel    2,3
  • Prüfspitzen / Prüfkontakte    2,8
  • Kontaktieren an Bauteilanschlüssen        3,1
  • Kontaktieren an Lötstellen von Leiterplatten    3,6
  • Kontaktieren des Prüflings bzw. der Messkabel    3,0
  • Batteriewechsel    2,8
  • Lesbarkeit der Anzeige    1,1

Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Mehrzahl der Testberichte: Bedrahtete Bauteile gut zu prüfen, SMT-Bauteile mit den mitgelieferten Kabeln sehr schlecht zu kontaktieren. Da wären Prüfspitzen besser.

Insgesamt konnte das Bauelemente-Prüfgerät im Teilbereich »Betrieb« mit der Durchschnittsnote 1,8 überzeugen und zeigte nur minimale Schwächen.

4) Fazit

Unser Tester Andreas Herzog empfiehlt zur Aufrüstung für Messungen an SMC-Bauteilen für Prüfspitzen oder eine »Prüfpinzette«.
© Andreas Herzog

Unser Tester Andreas Herzog empfiehlt zur Aufrüstung für Messungen an SMC-Bauteilen für Prüfspitzen oder eine »Prüfpinzette«.

  • Preis-Leistungsverhältnis    1,6
  • Lieferumfang/Dokumentation    2,6
  • Praktischer Einsatz    2,2
  • Gesamteindruck    2,1

Der ICT 76 eignet sich sehr gut zum Prüfen bedrahteter Bauteile, für Bau­teile auf Platinen, z.B. SMT-Komponenten eher nicht. Hierzu sind Prüfspitzen erforderlich. Alles in allem ein sehr einfach zu bedienendes Allzweckgerät zum einfachen Prüfen der gängigsten passiven Bauteile, mit leichten Schwächen bei Transistoren und Dioden. Das Preis-Leistungsverhältnis stufen die Tester überwiegend als gut ein.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Zehn Praxistester für Lötstationen gesucht!
Zehn Praxistester für Bauelemente-Prüfgeräte gesucht!
Zehn Praxistester für Powermanagement-Baukästen gesucht!
RS Lötstation erzielt gutes Gesamturteil
»Experimentierbaukasten TI-PMLK« unter der Lupe
Bauelemente-Prüfgerät im Praxistest

Verwandte Artikel

RS Components GmbH