Prüfadapter aus dem 3D-Drucker

Material Jetting im Prüfmittelbau

19. Oktober 2022, 17:03 Uhr | Nicole Wörner
Prüfadapter fertigt Eloprint künftig per FDM- und im MJP-Verfahren.
Prüfadapter fertigt Eloprint künftig per FDM- und im MJP-Verfahren.
© Eloprint

Elobau hat sich auf die additive Fertigung von Prüfadaptern zur Kontaktierung elektronischer Baugruppen spezialisiert. Künftig stützt sich das Startup dabei nicht nur auf das Fused-Deposition-Modelling- sondern auch auf das Material-Jetting-Verfahren.

Bisher setzte Eloprint bei der Herstellung seiner Prüfadapter überwiegend auf das FDM-Verfahren (Fused Deposition Modeling). Dabei wird ein Thermoplast geschmolzen und bahnweise abgelegt. Mit dem Verfahren lassen sich eine Vielzahl von Kunststoffen zu einem dreidimensionalen Modell verarbeiten. Je nach Anwendung können beispielsweise temperaturbeständige, flexible oder besonders stabile Kunststoffe verwendet werden. Ein Nachteil des Verfahrens ist allerdings die vergleichsweise geringe Präzision. Typischerweise wird mit Bahnbreiten von 0,4 mm und einer Schichtdicke von 0,1 mm bis 0,25 mm gearbeitet.

»Das Design unserer Prüfadapter...

...war bisher auf das FDM-Verfahren ausgelegt – dadurch konnten wir mit den Einschränkungen des Verfahrens gut umgehen«, erklärt der Geschäftsführer Georg Pröpper. »Trotzdem gab es natürlich Limitationen. Die Nadelbetten mussten wir beispielsweise immer noch CNC-fräsen, um die nötige Präzision zu gewährleisten.«

Zukünftig verwendet das Startup...

...neben dem FDM-Prozess auch das Material-Jetting-Verfahren (MJP). Im MJP-Verfahren wird das gedruckte Bauteil tröpfchenweise aus einem Photopolymer erstellt. Ähnlich einem Tintenstrahldrucker werden winzige Tröpfchen mit einer X-Y-Auflösung von 1600 x 900 dpi mit einer Schichtdickte von 32 µm aufgetragen und durch UV-Licht ausgehärtet (polymerisiert). Beim Druckprozess wird das Bauteil mit einem Wachs umhüllt, das im Nachhinein ausgeschmolzen wird. Das Wachs dient als Stützmaterial für überhängende Geometrien. So ermöglicht das Verfahren die Fertigung komplexer Geometrien mit einem hohen Grad an Details.

»Simple Geometrien werden wir weiterhin...

...im kostengünstigen FDM-Verfahren fertigen«, so Pröpper. »Aber mit unserem neuen MJP-Drucker können wir nun der Miniaturisierung in der Elektronikbranche und individuellen Anforderungen unserer Kunden noch besser gerecht werden. Zudem ist es möglich, Mechanismen aus mehreren beweglichen Teilen im montierten Zustand zu drucken. Die Arbeitserleichterung kompensiert die höheren Kosten des Verfahren. Damit können wir weiterhin unsere günstigen Preise halten.«

Aktuell bietet das Startup drei Bauweisen,...

... auf denen seine Prüfadapter basieren. Insbesondere die Größe des Prüflings entscheidet, welche Bauweise zum Einsatz kommt. Die Bauweisen dienen allerdings nur als Basis. Jeder Prüfadapter von Eloprint wird in seiner Form und Größe individuell an den Prüfling angepasst, damit der Adapter nicht größer als notwendig wird. Das wirkt sich nicht nur positiv auf die Kosten und die Lieferzeit aus, der Prüfadapter nimmt auch in der Fertigungslinie nicht mehr Platz in Anspruch als notwendig. Bei der Konstruktion können auch individuelle Wünsche wie Anzeige- und Bedienelemente oder Sensoren und Elektronik im Adapter berücksichtigt werden.

Falls die Ansprüche zu speziell für die etablierten Bauweisen sind, können auch gänzlich individuelle Lösungen entworfen werden.

Der Preisrechner auf der Eloprint-Website (www.eloprint.de) ermöglicht eine frühzeitige Kostenabschätzung. So lassen sich schon im Entwicklungsprozess die voraussichtlichen Kosten abschätzen und unterschiedliche Lösungsvarianten gegeneinander abwägen.

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