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Das war der Wireless Power Congress 2017

Wireless Power: Netz- und Ladekabel sterben aus

18. Juli 2017, 20:10 Uhr   |  Harry Schubert


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Interoperabilität für Elektrofahrzeuge

Sowohl Witricity als auch Qualcomm Halo wollen Lizenzen ihrer proprietären Wireless-Power-Technik zum Laden der Akkus in Elektrofahrzeugen an Fahrzeughersteller und ihre Zulieferer verkaufen. Beide Firmen nutzen magnetische Resonanz zur Leistungsübertragung bei einer Frequenz von 85 kHz (81,39 – 90 kHz, entsprechend SAE TIR J2954). 2018 sollen Fahrzeuge von BMW, Mercedes, Nissan und Toyota mit Empfängern zum kontaktlosen Energietransfer ausgestattet werden. Ladestationen die mehrere Verfahren unterstützen und sich an den im Fahrzeug verbauten Empfänger anpassen können, müssen noch entwickelt werden. Um die Kabel bei öffentlichen Ladestationen zu ersetzen wird es also noch etwas dauern.

Laden en passant

Impressionen vom Wireless Power Congress 2017 in München.
© Elektronik

Bild 3. „Snack Charging“ nennt Thomas Nindl von Qualcomm Halo das kurze Nachladen bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Eine Methode, die nur mit Wireless Power sinnvoll praktiziert werden kann, da nur die Wireless-Power-Technik diese Funktion für den Anwender komfortabel oder gar automatisch ermöglicht.

Wireless Power bietet für Thomas Nindl (Bild 3) von Qualcomm Halo die Gelegenheit zum „Snack Charging“. Er referierte am zweiten Kongresstag über die Zukunft der Mobilität: „The Future of Mobility is Connected, Wireless and Electric“. Überall dort wo Fahrzeuge kurze Zeit stehen – z.B. Taxis in der Warteschleife am Flughafen oder Bahnhof, Busse an Haltestellen – können die Akkus in den Elektro- und Hybridfahrzeugen wireless geladen werden.

Diese kurzen Pausen können genutzt werden, um den Energiespeicher nachzuladen. Dadurch lässt sich nicht nur die Reichweite des Fahrzeugs erhöhen, sondern gleichzeitig kann auch der Energiebedarf beim Laden des abgestellten Fahrzeugs reduziert werden. Sollen in Zukunft Millionen Elektrofahrzeuge auf unseren Straßen unterwegs sein, so kann das synchrone abendliche Laden der Pendlerfahrzeuge die Energieversorger vor eine neue Herausforderung stellen.

Mit Wireless Power wäre es möglich bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Akku im Elektromobil nachzuladen, so dass am Ende des Tages der Akku nicht ganz so sehr entladen ist. Zum vollständigen Laden über Nacht wird dann weniger Energie benötigt. Der Ladevorgang könnte so zeitlich gestreckt werden, z.B. ferngesteuert vom Stromnetzbetreiber um Spitzenlasten zu vermeiden. „Snack Charging“ ist nur wireless praktikabel, wenn der Vorgang vollautomatisch ablaufen kann – kein Fahrer wird aussteigen, während er mit seinem Fahrzeug in einer Warteschlange langsam vorwärts kommt, um das Ladekabel von einer Säule in die nächste zu stecken.

Video vom Wireless Power Congress 2017

Video vom Wireless Power Congress 2017

© elektroniknet

Sicherheit, Wirkungsgrad, Störungsfreiheit, Kosten und Kompatibilität: Das sind, laut Menno Treffers, Chairman des Wireless Power Consortiums, die fünf Schlüsselfaktoren für Wireless-Power-Entwicklungen von heute und morgen. Wie diesen Herausforderungen begegnet werden kann, diskutierten rund 170 Teilnehmer, Aussteller und Referenten auf dem Wireless Power Congress 2017.

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