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Deutsche Stromversorgungsbranche

Vorfreude, gepaart mit vorsichtigem Optimismus

05. Oktober 2020, 10:47 Uhr   |  Engelbert Hopf


Fortsetzung des Artikels von Teil 3 .

..."Konzepte der virtuellen Messen haben nicht überzeugt"

»Von den bisher angebotenen Möglichkeiten virtueller Messen sind wir enttäuscht«, so Bernd Pfeifer, Projekt Marketing Manager der Power & Emech Business Unit bei ACAL BFI. »Leider nutzen die meisten Veranstalter bei Weitem noch nicht die technischen Möglichkeiten, die existierende Virtual-Event-Plattformen bereits bieten.« Ihm geht es dabei weniger um aufwändige 3D-Welten, sondern vor allem um eine Interaktivität zwischen den Teilnehmern, die der in einer realen Messehalle nahe kommt. »Meist findet man dort aber lediglich eine Art Ansammlung konformer Firmen-Microsites statt einer virtuellen Messehalle.«

»Das Interessante an einer Messe sind doch gerade die persönlichen Kontakte«, betont Jochen Krause, Geschäftsführer der Hy-Line Power Components. »Ein Messebesucher, der an einem Stand vorbeischaut, kann sich schnell und effektiv in einem kurzen Gespräch über das Angebot informieren.« Ein Angebot, das virtuelle Messen nach seiner Einschätzung nur eingeschränkt bieten. »Dafür eignen sich für das Begleitprogramm von Messen, wie etwa Vorträge und Konferenzen, virtuelle Plattformen ganz hervorragend.«

»Wir haben in diesem Jahr bislang an zwei virtuellen Messen als Aussteller teilgenommen«, berichtet Kai Heinemann, Geschäftsleiter Entwicklung und Produktmanagement bei Block Transformatoren-Elektronik; »unser Fazit fiel, gelinde gesagt, ernüchternd aus!« Für ihn ist darum klar: »Wir werden diese Art der Messe als Aussteller vorerst nicht wieder buchen.«

Für Frank Stocker, FAE bei der Schukat electronic, bündeln virtuelle Messen bereits vorhandene Informationen nur und reichern sie gegebenenfalls noch an; »Messebesucher haben sich aber vor Corona ganz bewusst für den persönlichen Kontakt auf einer Präsenzmesse entschieden«. Dieses bewusst gesuchte Messeerlebniss und die sich daraus entwickelnden Geschäftsbeziehungen »kann ein digitales Format nach meiner Einschätzung nicht ersetzen«.

»Bis dato haben uns im Wesentlichen die einzelnen Konzepte der virtuellen Messen nicht wirklich überzeugt«, gibt Uwe Frischknecht, Managing Director Sales EMEA bei Recom Electronic, zu Protokoll. »Von unserer Sicht aus bevorzugen wir auf alle Fälle weiterhin die Präsenz-Fachmessen, die durch nichts zu ersetzen sind – natürlich nur, solange die Kunden dort dann auch hinkommen dürfen.«
Aus Sicht von Steffen Heinrich, Geschäftsleiter Technik bei MTM Power, lässt sich die Qualität einer virtuellen Messe derzeit noch nicht wirklich beurteilen; »wie wichtig der persönliche Kontakt in Zukunft sein wird, dürfte eine spannende Erfahrung werden«.

»Vielleicht sind virtuelle Messen in einigen Jahren für die dann im Beruf stehenden Generationen der Standard«, mutmaßt Thomas Widdel, Geschäftsführer der Eplax. »Stand heute bevorzugen wir Präsenzmessen vor allem wegen der Möglichkeit, dort geplante oder spontane Gespräche in einem persönlichen Rahmen zu führen.« Nicht zu vergessen sei auch, »das Präsenzmessen die Möglichkeit bieten, einmal zu schauen, was eigentlich die anderen Marktteilnehmer so anbieten«.

Heiko Kirbach, Managing Director von HGPower, hat bislang noch an keiner virtuellen Messe teilgenommen. »Allerdings denken wir, dass die nonverbale Kommunikation mit Messebesuchern oder auch ein unverbindlicher Plausch auf virtuellen Messen nicht möglich ist.« Aus diesem Grund präferiert Kirbach weiterhin Präsenzmessen. »Auch wenn die Teilnahme daran mit höherem Aufwand und Kosten verbunden ist, würde ich dieses Messeformat auf jeden Fall vorziehen.«

Angesichts moderner, nutzerfreundlicher Digital- und Internetauftritte, die alle relevanten Informationen enthalten, erschließt sich für Sebastian Fischer, Geschäftsführer der Traco Power, der Mehrwert virtueller Messen nicht. Ähnlich die Einschätzung von Frank Cubasch, CEO der Magic Power Technology: »Um ehrlich zu sein, sehe ich in virtuellen Messen gegenüber einer Web-Präsenz keinen Vorteil.« Schließlich sei ein reales Gespräch auf einer Messe bei einer Tasse Kaffee deutlich mehr als ein schlichter Faktenaustausch: »Das können virtuelle Messen meines Erachtens nicht leisten, wobei ich mich gerne eines Besseren belehren lasse.«

Bei Phoenix Contact wiederum hat man nach den Worten von Georg Beretitsch, Geschäftsführer der Phoenix Contact Power Supplies, mit den hauseigenen „Phoenix Contact Dialog Days“ ausgezeichnete Erfahrungen gemacht. »Die Kundenresonanz war enorm und hat unsere Erwartungen weit übertroffen; trotzdem freuen wir uns, wenn wieder Präsenzmessen stattfinden.«

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1. Vorfreude, gepaart mit vorsichtigem Optimismus
2. ..."digitale Prozesse wurden beschleunigt"
3. Branchenbarometer
4. ..."Konzepte der virtuellen Messen haben nicht überzeugt"

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