Schwerpunkte

Deutsche Stromversorgungsbranche

Vorfreude, gepaart mit vorsichtigem Optimismus

05. Oktober 2020, 10:47 Uhr   |  Engelbert Hopf


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Branchenbarometer

2020-Grafik-eg-Strom
© WEKA-Fachmedien

Branchen-Stimmungsindex
Zwischen V- und U-Kurve
Rummms! Die Auswirkungen auf die deutsche Stromversorgungsbranche waren dann doch, vor allem durch den Lockdown, massiver als von der Branche noch zu Jahresbeginn erwartet. Statt einem leichten Einbruch von auf –0,35, wie noch Ende Februar, Anfang März erwartet, sank das Stimmungsbarometer auf –1,47. Ein Wert von –0,19 für die zweite Jahreshälfte 2020 spiegelt die einsetzende Erholung ab Mai, Juni wider. Für die erste Jahreshälfte 2021 erwartet die Branche eine Rückkehr auf ein Niveau von 1,47. Das würde in etwa der Branchenstimmung aus der zweiten Jahreshälfte 2016 entsprechen.

Hanausek_Andreas
© Markt&Technik

Andreas Hanausek, Codico: »Wir bevorzugen selbstverständlich Präsenzmessen – die individuelle Beratung, der persönliche Kontakt, ein Face-to-Face-Gespräch, das ist virtuell nicht im gleichen Maße umsetzbar.« 

Virtuelle Messen überzeugen nicht
»Präsenzfachmessen sind durch nichts zu ersetzen!«

Da gibt es für Ulrich Schwarz, Sales Director bei TDK-Lambda Deutschland, keinen Zweifel: »Eine Präsenzmesse ist durch nichts zu ersetzen! Veranstaltungen wie die electronica oder die SPS müssen als Präsenzmessen beibehalten werden!« Er ist der festen Überzeugung, dass Networking durch persönliche Treffen einfach unersetzbar sei: »Ich bin der Überzeugung, dass sich Besucher nur bei einem Messebesuch einen echten Eindruck über die ausstellende Firma machen können. Oft sind es letztlich gerade die Menschen, die den Unterschied ausmachen, um eine perfekte Gesamtlösung zu erhalten.«

Auch für Hermann Püthe, geschäftsführender Gesellschafter der inpotron Schaltnetzteile, steht außer Frage, »dass eine Präsenzmesse für uns unbedingt vorzuziehen ist.« Er hat den Eindruck, dass die Budgets in der Außendarstellung und Kundengewinnung derzeit verschoben werden und andere Medien davon profitieren werden. »Virtuelle Messen sind eventuell für reine Produktanbieter spannend; für Lösungs-Anbieter wie uns ist das eher nur ein Add-on, auf jeden Fall kein Must-have!«

»Wir bevorzugen selbstverständlich Präsenzmessen«, versichert Andreas Hanausek, Product Manager/FAE Power Conversion Products bei Codico. »Die individuelle Beratung, der persönliche Kontakt, ein Face-to-Face-Gespräch sind bei virtuellen Veranstaltungen nicht in vergleichbarem Ausmaß umsetzbar.« Allerdings stehe man Neuem offen gegenüber: »Wir sind zuversichtlich, dass wir auch aus diesen neuen Methoden etwas mitnehmen können. Insbesondere im Marketing gibt es einige strategische Ansätze, die digital wichtig und erfolgreich sind.«

Heinemann_Kai
© WEKA-Fachmedien

Kai Heinemann, Block Transformatoren-Elektronik: »Wir haben dieses Jahr an zwei virtuellen Messen teilgenommen. Das Fazit ist, gelinde gesagt, ernüchternd. Als Aussteller werden wir diese Art von Messe vorerst nicht mehr buchen.« 

»Eine Präsenzmesse würde ich in jedem Fall bevorzugen«, betont auch Denny Vogel, im Vertrieb der Systemtechnik Leber tätig. »Eine Teilnahme an der virtuellen electronica oder SPS würde ich deshalb derzeit ausschließen.« Virtuelle Messen haben aus seiner Sicht die in sie gesetzten Erwartungen bisher nicht erfüllt; »ich erwarte aber auch nicht, dass eine virtuelle Messe diese erfüllen kann«. Auch wenn die Messeveranstalter nach Einschätzung von Benjamin Dirmhirn, Business Development Manager bei Avnet Abacus, »die virtuellen Messen bisher gut umgesetzt haben, seien es die virtuellen Stände oder die Online-Gespräche mit den Mitarbeitern der ausstellenden Firmen, hoffen wir trotzdem, dass man künftig wieder Messen real besuchen kann«.

»Eine Präsenzmesse bietet abseits der Besuchsplanung mehr Möglichkeiten, neue Kontakte zu knüpfen«, ist sich Jörg Traum, Geschäftsführer der Emtron electronic, sicher. »Wie oft schon hat sich ein Schlenker oder ein kleiner Umweg zu einem Messestand schon als guter neuer Kontakt erwiesen!« Er weist auch darauf hin, dass das Zeitfenster für einen Besucher auf einer realen Messe deutlich größer ist als bei einer virtuellen Messe. »Es ist irgendwie auch nur schwer vorstellbar, die abendlichen Gespräche auf einer Standparty virtuell durchzuführen.«

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1. Vorfreude, gepaart mit vorsichtigem Optimismus
2. ..."digitale Prozesse wurden beschleunigt"
3. Branchenbarometer
4. ..."Konzepte der virtuellen Messen haben nicht überzeugt"

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