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Thermisches Management

Lüfter richtig einsetzen

09. Juni 2015, 08:58 Uhr   |  Ralf Higgelke


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Kennlinien als Hilfe nutzen

Bild 1: Geräte- beziehungsweise Anlagenkennlinie
© XP Power

Bild 1: Geräte- beziehungsweise Anlagenkennlinie

Es wäre zu kompliziert, für jede Anwendung den tatsächlichen Gegendruck zu ermitteln, da dies genaue Kenntnisse der Luftströmungen erfordert. Man kann aber mithilfe der in Bild 1 dargestellten Geräte- beziehungsweise Anlagenkennlinie den Gegendruck abschätzen. Dies ergibt einen Ausgangspunkt für die weiteren Evaluierungen.

Wenn wir den zuvor berechneten Luftstrom von 84,5 m³/h zugrunde legen, ergibt sich aus Bild 1 ein Gegendruck von 11 Pa. Damit wissen wir, dass ein Lüfter benötigt wird, der einen Luftstrom von 84,5 m³/h bei einem Gegendruck von 11 Pa liefern kann. Jeder Lüfterhersteller stellt für jeden Lüfter eine Kurve zur Verfügung, in welcher der Luftstrom bezogen auf den Gegendruck dargestellt ist. In dem Beispiel in Bild 2 sind die Kurven für fünf Lüfter aufgeführt, wobei die dunkle Fläche den optimalen Betriebsbereich dieser Lüfter aufzeigt. Für unser Beispiel müsste Lüfter 5 gewählt werden, da nur dieser den benötigten Luftstrom von 84,5 m³/h bei einem Gegendruck von 11 Pa liefern kann.

Bild 2: Lüftervolumenströme in Abhängigkeit vom Gegendruck
© XP Power

Bild 2: Lüftervolumenströme in Abhängigkeit vom Gegendruck

Nachdem der erforderliche Luftstrom und der Gegendruck bekannt sind, gibt es darüber hinaus aber noch einige weitere Punkte zu bedenken. Bei der Systemkühlung ist die Platzierung des Lüfters nicht kritisch, solange der Luftstrom die wärmeerzeugenden Bauteile erreicht. Jedoch ist bei Netzteilen, die für forcierte Kühlung entwickelt wurden, die Menge des am Gerät vorhandenen Luftstroms für eine gute und zuverlässige Funktion sehr wichtig. Wenn es nicht möglich ist, den Lüfter unmittelbar am Netzteil zu platzieren oder den Luftstrom direkt über das Netzteil zu leiten, ist ein Lüfter mit deutlich größerer Leistung zu verwenden. Bei manchen Lüftern ist die Luftmenge in »Linear Feet per Minute« (LFM) oder Meter pro Sekunde (m/s) angegeben. Bei anderen ist sie als Volumenangabe in »Cubic Feet per Minute« (CFM) oder in Kubikmeter pro Stunde (m³/h) angegeben. Zur Umrechnung der einen in die andere Form muss der Querschnitt des Luftauslasses des eingesetzten Lüfters bekannt sein. Bei einem forciert zu kühlenden Netzteil ist die erforderliche Luftmenge in dessen Datenblatt in den gleichen Einheiten angegeben. Der einzig zuverlässige Weg, die eine Einheit in die jeweils andere umzurechnen, ist die Verwendung des Querschnitts der zu kühlenden Stromversorgung.

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1. Lüfter richtig einsetzen
2. Kennlinien als Hilfe nutzen
3. Wenn Geräusche zu minimieren sind

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