99 Prozent Wirkungsgrad auch ohne SiC-MOSFETs Solar verliert als Leitmarkt für SiC und GaN an Bedeutung

0,5 Prozent Wirkungsgrad mehr - lohnt das den Aufwand?

»Wenn die derzeit gängige Technologie ausreicht, um Wirkungsgrade von 99 Prozent zu erreichen«, so Herold, »und es bei SiC darum geht, noch die letzten 0,5 Prozent rauszuholen, dann lässt sich das wirtschaftlich eben nur sehr schwer darstellen«. Vor diesem Hintergrund werden SiC-Spezialisten wie Cree Power deshalb noch einiges an Überzeugungsarbeit leisten müssen, sollen in Zukunft nicht nur SiC-Dioden, sondern auch wieder SiC-MOSFETs und SiC-Module verstärkt im Solarinverter-Bereich zum Einsatz kommen.  »Wichtig ist, dass SiC inzwischen in den Köpfen der Entwickler endgültig angekommen ist«, versichert Liesabeths. Dazu habe auch die inzwischen hohe Verfügbarkeit der SiC-MOSFETs und SiC-Module von verschiedenen Herstellern beigetragen, da seien inzwischen wirklich echte Massenprodukte am Markt. Er wird auch nicht müde, darauf hinzuweisen, dass SiC-basierte Inverter kleiner, leichter und kostengünstiger sind als Silizium basierte Geräte. So verweist er darauf, dass heute bereits 50 Prozent aller String Inverter mit SiC-Bausteinen ausgestattet seien. Im Micro-Inverter Segment sind es nach seiner Aussage bereits 90 Prozent. 

Wie er betont, geht es dabei nicht nur um SiC-Dioden: »Bereits heute nutzen viele String Inverter SiC-MOSFETs, und ihr Anteil steigt mit jedem Quartal.« Entscheidend ist dabei in seinen Augen, dass sich nur durch den Einsatz von SiC-MOSFETs Gewicht und Kosten bei den String Invertern reduzieren lassen. Für die Zukunft erwartet er deshalb einen Anteil von bis zu 75 Prozent bei String Invertern mit SiC-MOSFETs. Etwas anders sieht es noch bei den Zentralwechselrichtern aus, das hat aber nach den Worten von Liesabeths damit zu tun, dass es erst seit kurzer Zeit Module gibt, die einen Leistungsbereich von 1200/1700 V und 300 A abdecken.