Stärkung der Kernaktivitäten Siemens will Solarsparte loswerden

Siemens wird sich künftig auf Wind- und Wasserkraft konzentrieren und plant, das Photovoltaik- und Solarhermie-Geschäft zu verkaufen. Verhandlungen mit Interessenten laufen bereits.

Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen, geringeren Wachstums und starken Preisdrucks in den Solarmärkten hatten sich die Erwartungen im Bereich Solarenergie für Siemens nicht erfüllt. Im Zuge des angekündigten Unternehmensprogramms 2014 nimmt Siemens nun eine Änderung von Geschäftsstrategie und Aufstellung bei den Erneuerbaren Energien vor. Das Unternehmen plant, sich von seinen Photovoltaik- und Solarthermie-Geschäften zu trennen. Dabei soll der Sektor Energy verschlankt und die Division Solar & Hydro aufgelöst werden.

Siemens führt Gespräche mit Interessenten, um beide Geschäfte zu verkaufen. Für Solarthermie- und Photovoltaik-Kraftwerke geeignete Produkte wie Dampfturbinen, Generatoren und Netz- und Leittechnik, die außerhalb der Division Solar & Hydro angesiedelt sind, wird Siemens weiterhin anbieten.

Die beiden Business Units Solar Thermal Energy sowie Photovoltaic werden bei Siemens bis zur Veräußerung weitergeführt. Bestehende vertragliche Pflichten bleiben somit zunächst unberührt. 

Die restlichen Geschäfte der Division Solar & Hydro, also das Wasserkraftgeschäft und die Lösungen für Energiespeicher, sollen im Sektor Energy verbleiben. Die Wasserkraftaktivitäten umfassen das Joint Venture Voith Hydro für konventionelle Wasserkraftwerke sowie das im Frühjahr 2012 voll übernommene Geschäft mit Gezeitenströmungsturbinen. »Die Bedeutung der erneuerbaren Energien wird weiter zunehmen, wobei Wasserkraft und Windenergie nach wie vor weltweit den größten Beitrag zur regenerativen Stromerzeugung leisten werden. Wir konzentrieren uns bei den erneuerbaren Energien auf diese beiden Bereiche«, führte Michael Süß, Mitglied des Vorstands der Siemens AG und CEO des Sektors Energy aus.

Der Sektor Energy soll künftig aus den Divisionen Fossil Power Generation (thermische Kraftwerke), Wind Power (Windkraft), Oil & Gas (Lösungen für die Öl- und Gasindustrie sowie kleine und mittlere thermische Kraftwerke) und Power Transmission (Stromübertragung) bestehen. Das Servicegeschäft wird in den Divisionen Fossil Power Generation, Wind Power sowie Oil & Gas berichtet. Die Division Solar & Hydro hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz im niedrigen dreistelligen Millionenbereich erzielt und hat rund 800 Mitarbeiter, davon 200 in Deutschland.