Photovoltaik Preisverfall heizt den Wettbewerb im Solarmarkt an

Laut einer aktuellen iSuppli-Studie wird sich der Wettbewerb unter den Photovoltaik-Herstellern 2010 durch den Preisverfall bei den Solar-Komponenten trotz wiederkehrendem Wachstum weiter verschärfen.

»Die weltweit installierten PV-Watt werden 2010 um 64 Prozent steigen und 8,3 Gigawatt erreichen«, berichtet Henning Wicht, Photovoltaik-Spezialist beim Marktforschungsunternehmen iSuppli. Tritt dieser Zuwachs auch tatsächlich ein, würde das eine Rückkehr zu den Wachstumsraten vor der Krise bedeuten.»Wir beobachten ein Abflachen der weltweiten Rezession. Der Solarmarkt erschließt sich neue geografische Regionen und Marktsegmente, in denen Nachfrage aufkommt«, so der Experte.

Doch trotz dieser prognostizierten steigenden Nachfrage wird der große Preisverfall aus dem Jahr 2009 für die Hersteller die Gewinne schmälern. Der Preis für kristalline Solarmodule fiel beispielsweise 2009 durchschnittlich um 37,8 Prozent, Solar-Wafer-Preise schrumpften um 50 Prozent und der Polysilizium-Preis verfiel sogar um 80 Prozent.

Dieser Trend wird sich laut iSuppli 2010 fortsetzen, wenn auch verlangsamt. Der Preis für kristalline Module wird nach Angaben der Marktforscher im Verlauf des Jahres um 20 Prozent fallen, Wafer-Preise um 18,2 Prozent und Polysilizum wird um weitere 56,3 Prozent an Preis verlieren. »Der Preisverfall wird das Gesicht der Branche verändern«, so Wicht. »Das Preisgefüge des Solarmarkts verschiebt sich immer weiter nach unten. Dadurch wird der Markt  härter umkämpft.«

Anbieter sähen sich beispielsweise gezwungen, ihre Kosten immer weiter zu senken um die kleiner gewordenen Gewinnmargen zu erhalten und wieder ausbauen zu können. Doch erst, wenn die Sparmaßnahmen den Preisverfall einholen und letztlich überholen, werden die Gewinnmargen der Hersteller wieder größer. Und das soll im Jahr 2010 nach Ansicht des Experten geschehen. »Nachdem 2009 größtenteils von Verlusten geprägt war, wird die Branche 2010 wieder in die Gewinnzone zurückkehren«, so Wicht.
Darüber hinaus geht iSuppli davon aus, dass sich der Preis für Solarkomponenten im letzten Quartal 2010 um über 10 Prozent erholen wird – trotz Rückgängen das ganze Jahr über.

Deutscher Markt als Wachstumstreiber

Triebfeder für das neue Wachstum soll laut iSuppli der deutsche Markt sein, der nach einem trägen ersten Halbjahr 2009 im zweiten Halbjahr schrittweise wieder zum Wachstum zurückgekehrt ist  – ein Trend der sich in den ersten sechs Monaten des Jahres 2010 fortsetzen soll. Diesem Wachstumstrend könnte nur die Kürzung der Einspeisevergütung um 15 Prozent ein Ende setzen, wenn sie von der Regierung tatsächlich umgesetzt wird.

Insgesamt machte der deutsche Markt im Jahr 2009 50 Prozent der weltweit installierten Photovoltaik-Anlagen aus – was ihn zu einem der wichtigsten weltweit macht. Laut iSuppli wäre die gesamte übrige Nachfrage nach Photovoltaik-Anlagen weltweit nicht genug, um die drohenden Verluste durch die Kürzung der Einspeisevergütung auszugleichen, die Mitte des Jahres 2010 droht.