Know-how aus China Neues Akku-Werk für Russland

Das russisch-chinesische Joint Venture Liotech hat im sibirischen Nowosibirsk ein neues Werk für große Li-Ion-Akkus in Betrieb genommen. Offensichtlich will Russland in der Akku-Fertigung ordentlich aufholen und sich auf diesem Weg das nötige Know-how verschaffen.

Das neue Werk von hat rund 13,5 Milliarden Rubel gekostet, was ungefähr 320 Millionen Euro entspricht. Liotech ist ein Joint Venture der vom russischen Staat finanzierten Investmentgesellschaft Rusnano sowie dem chinesischen Akku-Hersteller Thunder Sky. Der Großteil der Finanzierung stammt von Rusnano und anderen russischen Geldgebern.

In dem Werk werden rechteckige Lithium-Eisen-Phosphat-Akkuzellen (LiFePO4) mit Kapazitäten von 200, 300 und 700 A/h hergestellt. Auf der Website von Thunder Sky wird sogar ein Temperaturbereich von -45 bis + 85°C zum Laden und Entladen der Akkus angegeben. Insgesamt sollen eine Million solcher Akkus das Werk pro Jahr verlassen. Bei voller Auslastung können ungefähr 500 Menschen dort arbeiten.

Das Einsatzgebiet der Akkus soll offensichtlich vor allem im öffentlichen Transport liegen, wie zum Beispiel in elektrisch betriebenen Bussen, sowie als Speicher in der Energie-Industrie.

Für Russland ist der Bau dieses Werks offenbar eine Art Know-how-Transfer. Einem Bericht der »Moscow Times« zufolge wurde das gesamte Werk mit chinesischer Technik ausgestattet und mit Hilfe von chinesischen Ingenieuren aufgebaut. Auch die chemischen Ausgangsstoffe für die Batteriefertigung sollen vorerst aus China kommen. Rusnano-Chef Anatoly Chubais wird mit den Worten zitiert, dass die gesamten Anlagen zur Batterieherstellung in Russland »von gestern« seien. In Zukunft soll dann um das Werk herum ein Cluster für die Batterietechnik entstehen.

Die Akkus wird vorerst Thunder Sky abnehmen und damit wohl den chinesischen Markt beliefern, allerdings kann sich Liotech auch eigene Kunden suchen. Der Plan ist es, das öffentlich Transportmittel in den größeren Städten Russlands mit den Akkus ausgerüstet werden, um so dort die Umweltbelastung zu senken.

Rusnano war zuletzt in Deutschland in die Schlagzeilen geraten, als es 2010 beim Hersteller für organische Elektronik Plastic Logic eingestiegen war und den Bau einer neuen Fab in der Nähe von Moskau ankündigte.