Studie zur Solarindustrie Marktbereinigung soll vor allem deutsche Unternehmen treffen

Die Schweizer Privatbank Sarasin hat in einer Studie die Zukunft der Solarindustrie analysiert. Fazit: Eine Marktbereinigung ist ebenso notwendig wie unvermeidbar. Überleben wird, wer international gut aufgestellt ist, denn die neuen Wachstumsmärkte liegen außerhalb von Europa.

Die Studie »Solarwirtschaft: Hartes Marktumfeld – Kampf um die Spitzenplätze« ist bereits in der vergangenen Woche erschienen. Darin haben die Autoren Dr. Matthias Fawer und Balazs Magyar den Zeitraum bis zum Jahr 2015 analysiert. So rechnen sie für das Jahr 2011 mit einer weltweit installierten PV-Leistung von 21 GW, der allerdings 50 GW an Produktionskapazität gegenüberstehen. Die Folge ist ein immer stärkerer Preisverfall.

In den nächsten Monaten wird der Solarmarkt daher in eine Phase der Strukturbereinigung eintreten, an deren Ende, ungefähr im Jahr 2013, sich die Lage für die verbliebenen Unternehmen wieder stabilisiere.

Die besten Überlebenschancen sollen dabei Unternehmen haben, die international breit aufgestellt und vertikal integriert sind, also mehrere Produktionsschritte integriert haben. Wichtig sei es aber auch, neben den Solarmodulen neue Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Wer nicht wettbewerbsfähig bzw. schlecht finanziert sei, habe das Nachsehen.

Die Autoren der Studie nennen explizit auch die Unternehmen, die ihrer Meinung nach relativ gute Chancen haben. Dazu gehören die deutsche Solarworld AG aber auch die chinesischen Hersteller Suntech Power, Yingli oder Trina Solar sowie die US-Unternehmen First Solar oder Sunpower. Gefährdet wären kleine und mittlere Unternehmen wie etwa Conergy, Q-Cells, Solar-Fabrik oder Sunways  - allesamt deutsche Unternehmen.

Bei den Herstellern von Dünnschicht-Modulen zeigt sich die Marktbereinigung übrigens schon jetzt. Während 2010 noch 150 Unternehmen in diesem Bereich tätig waren, sind es in diesem Jahr nur noch 100.

Wer die Marktbereinigung im nächsten Jahr überlebt, der hat möglicherweise wieder recht gute Aussichten. Bis 2015 soll die weltweit installierte PV-Leistung um 18 Prozent pro Jahr wachsen. Spitzenreiter soll dabei Indien sein, wo die Studie sogar von einer jährlichen Verdoppelung der neu installierten Leistung ausgeht. Weitere Wachstumsmärkte seien die USA, China und Japan. Europa trage hingegen nur noch 3 der 18 Prozent pro Jahr zum weltweiten Wachstum bei.

Der Preisverfall hat aber auch eine positive Seite: Die Studie geht auch davon aus, dass die Solarenergie in den kommenden Jahren die Netzparität erreicht, also genauso teuer ist, wie herkömmlich erzeugter Strom. Daher seien auch keine nationalen Förderprogramme mehr nötig.