Speicherung von Erneuerbaren Energien Leclanché startet Massenfertigung von Lithium-Ionen-Akkus in Deutschland

Durch die Energiewende steigt der Bedarf an neuen Energiespeichern. Der Schweizer Batteriespezialist Leclanché hat nun im badischen Willstätt eine Fertigungslinie für Lithium-Titanat-Akkus in Betrieb genommen.

Die Anlage befindet sich im Industriepark Willstätt auf einem ehemaligen BASF-Grundstück. Die Linie umfasst mehrere Hallen auf insgesamt 6.000 m². In der Massenproduktion erfolgt dort die gesamte Wertschöpfung, vom Ausgangsmaterial bis zum fertig verpackten Akku. Leclanché gibt das Produktionsvolumen mit einer Million 35-Ah-Zellen an, was einer Kapazität von 76 MWh entspricht. Damit wird die bisherige Pilotproduktionslinie in Willstätt deutlich erweitert, die eine Kapazität von 4 MWh hat. Für die neue Fertigungslinie hat Leclanché 20 Millionen Schweizer Franken bzw. rund 16.6 Mio. Euro investiert. Wann genau die volle Fertigungskapazität erreicht ist, steht noch nicht fest.

»Mit dem Beginn der Inbetriebnahme der neuen Produktionslinie in Willstätt haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht. Mit unserer voll-automatisierten Produktionsanlage auf dem letzten Stand der Technik können wir als eines der wenigen Unternehmen in Europa grossformatige Zellen im Massenproduktionsverfahren herstellen«, sagte Pierre Blanc, Chief Technology Officer bei Leclanché.

Bilder: 3

Der Li-Ionen-Akku von Leclanché in der Fertigung

Der Li-Ionen-Akku von Leclanché in der Fertigung

Zielanwendung für die Lithium-Titanat-Zellen sind in erster Linie Energiespeicher für Erneuerbare Energien. Batteriesysteme aus diesen Zellen kommen sowohl als kleine Heimspeicher für Solaranlagen als auch in Container-Größe für Industriekunden in Frage. Erst in der letzten Woche hatte Leclanché bekannt gegeben, zusammen mit ads-tec, einen Windpark mit Energiespeichersystemen mit einer Speicherkapazität von 100 kWh auszustatten. Auf der Intersolar hatte Leclanché ein Heimspeichersystem mit einer Kapazität von 3,2 kWh vorgestellt.

Mit dem neuen Werk wird Leclanché die Kosten für seine Lithium-Titanat-Akkus senken können, da sie bisher noch teurer als herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus sind.

In den Akkuzellen von Leclanché steckt ein spezieller Keramikseparator, der die Zellen weniger wärmeempfindlich und sicherer als herkömmliche Lithium-Ionen-Zellen machen soll.  Außerdem gibt Leclanché die Tiefenentladung der Zellen mit 100 Prozent an und eine Lebensdauer von 15.000 Ladezyklen an.

Das weltweite Marktvolumen von Energiespeichern für Heimanwender soll einer Studie des Marktforschungsunternehmen Pike Research in diesem Jahr bei 19,2 Millionen Dollar liegen. In 10 Jahren sollen es dann schon 872 Mio. Dollar sein.