Photovoltaik Kleiner Lichtblick am Solarmarkt

Eine Erholung ist es noch nicht aber zumindest ein Lichtblick für die gebeutelte Solarindustrie. Der Preisverfall bei Photovoltaikmodulen schwächt sich langsam ab, während die weltweite Nachfrage weiter zunimmt.

Der Preisverfall für Photovoltaikmodule soll sich abschwächen. Die Marktforscher von IHS iSuppli gehen davon aus, dass der Durchschnittspreis für kristalline PV-Module in der zweiten Hälfte 2012 um 11 Prozent sinken wird. Das ist geringfügig weniger als die 12 Prozent im ersten Halbjahr aber schon deutlich besser als in der zweiten Jahreshälfte 2011, als es um 20 Prozent nach unten ging. In Euro pro Watt ausgedrückt erwarten die Marktforscher Ende 2012 einen Preis von 57 Cent/Watt im Vergleich zu den derzeitigen 64 Cent/Watt.

Der Analyst Stefan de Haan sieht in dieser Entwicklung eine langsame Verbesserung der Lage für den Photovoltaik-Markt.  Als einen Grund für diese leichte Stabilisierung sieht er die kontinuierlich steigende Zahl von neu installierten PV-Modulen auf der Welt. So sollen in diesem Jahr PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 30 GW errichtet werden, was 9 Prozent mehr sind als 2011. Diese Zahl könnte sich im besten Fall sogar noch auf 36 GW erhöhen. Eine weiter Stabiliserung ging auch von den in den USA verhängten Strafzöllen für chinesische Module aus.

Ein zuverlässiger Markt bleibt nach wie vor Deutschland. Zwar kommen mit 7,3 GW neu installierter PV-Leistung wohl 3 Prozent weniger als 2011 dazu, aber das ist immer noch mehr, als erwartet wurde.

Stefan de Haan sieht darin sogar ein Indiz, dass sich der deutsche Markt schneller als erwartet von den Einspeisevergütungen emanzipiert. So hätten etwa große Supermarktketten damit begonnen, die Dächer ihrer Märkte mit Photovoltaikanlagen zu bestücken, mit dem klaren Ziel den Strom  selbst zu nutzen. In einigen Fällen würde die Installation der PV-Anlagen sogar schon mit den gesparten Stromkosten gerechtfertigt und nicht mehr mit dem Einspeisetarif.

Überkapazitäten bleiben vorerst

Trotz allem: die starken Überkapazitäten auf dem Markt bleiben nach wie vor erhalten. So wird in diesem Jahr die Fertigungskapazität von PV-Modulen wohl bei 49,4 GW liegen, also deutlich über den geschätzten 30 GW Neu-Installationen.

Der derzeitige Konsolidierungsprozess in der Industrie, der auch zahlreiche deutsche Unternehmen mitgerissen hat, und die gleichzeitig steigende Nachfrage könnten IHS iSuppli zufolge aber schon im nächsten Jahr dazu führen, dass sich die Überkapazitäten reduzieren und ab der zweiten Hälfte vielleicht sogar wieder neue Investitionen vorgenommen werden.