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E-Mobilität kompensiert Schwächeln

28. Oktober 2019, 09:20 Uhr   |  Engelbert Hopf

E-Mobilität kompensiert Schwächeln
© Schulz-Electronic

Stefan Dehn, Schulz-Electronic: »Wir stehen bei der Elektrifizierung des Fahrzeugantriebs nach wie vor noch ganz am Anfang, das wird uns noch einige Jahre beschäftigen.«

Ein Nachlassen der allgemeinen Investitionstätigkeit können die Spezialisten für Labornetzteile in Deutschland bislang nicht feststellen. Eher werden Projekte verschoben.

Der Boom im Bereich Teststände für Elektromobilität ist weiter ungebrochen. Der Bedarf für klassische 12-V-Bordnetz-Teststände im Automobilbereich ist dagegen rückläufig.

Gleichbleibend positiv, getrieben von einigen großen Investitionen im Bereich E-Mobility«, so stellt sich der bisherige Verlauf des Geschäftsjahres 2019 für Stefan Dehn, Leiter Vertrieb und Marketing bei Schulz-Electronic, dar. »Eine Tendenz zur Abschwächung der Geschäftsentwicklung« ist für ihn aber auch nicht zu leugnen. Ganz ähnlich fällt die Marktbeobachtung von Matthias Fischer, Team Leader Product Manager & FAE bei TDK-Lambda, aus: »Im ersten Halbjahr 2019 knüpfte die Marktentwicklung nahtlos an das hohe Niveau des Vorjahres an. Der Rückgang im konventionellen Automotive-Sektor wurde dabei durch das EV-Geschäft mehr als kompensiert.« Fischer geht bislang davon aus, dass sich diese Entwicklung in den verbleibenden Monaten der zweiten Jahreshälfte 2019 auf dem Niveau des ersten Halbjahres einschwingen wird. Roland Kosmowski, Vertriebsleiter bei ET System electronic, hat beobachtet, »dass sich das Tagesgeschäft mit kleineren Stückzahlen gegenüber dem Vorjahr verhaltener entwickelt hat; das Projektgeschäft dagegen entwickelt sich weiter auf einem sehr guten Niveau«.

Er rechnet für die restlichen Monate dieses Geschäftsjahres mit einer positiven Entwicklung, »da viele Investitionen zurückgestellt wurden, aber dennoch die Geräte dringend benötigt werden«. Aus Sicht von Dehn »sind die Projekte weiterhin vorhanden, jedoch ist die Entscheidungsfreude auf Kundenseite mäßig«. Aus seiner Sicht ist deshalb eine Verschiebung nach 2020 wahrscheinlich. »Aktuell sehen wir bisher aber noch keine größeren Einbrüche.« Für Fischer ist die gesamte politische Situation in den letzten Monaten fragiler geworden. »Themen wie Brexit und Zollstreitigkeiten lassen kurzfristig keine Lösungen erkennen, daher haben wir uns inzwischen für die nächsten zwei, drei Quartale auf einen moderaten Abschwung eingestellt.«

Anders als vielleicht erwartet leiden die Lieferanten und Hersteller von Labornetzteilen auf dem deutschen Markt nicht unter der aktuellen Schwächephase der deutschen Automobilindustrie. »Es ist richtig, dass sich die Investitionen in konventionelle Teststände im Automobilbereich derzeit abschwächen«, so Fischer. »Dieses Nachgeben wird aber mit dem Sektor E-Mobility derzeit mehr als kompensiert.« In den Augen von Dehn hat die Entwicklung in der deutschen Automobilbranche zu einer Verschiebung in der Produktauswahl geführt, im Hinblick auf mehr Geräte für die Elektromobilität und das 48-V-Bordnetz und weniger für das klassische 12-V-Bordnetz. Teilweise beobachtet er auch einen Anstieg im Hochvoltbereich bis 1000 V. Sein vorläufiges Fazit lautet deshalb: »Wir stehen in der Elektrifizierung des Fahrzeugantriebs nach wie vor am Anfang, das wird uns deshalb noch einige Jahre beschäftigen.«

Auch wenn die drei Labornetzteil-Spezialisten, wie sie betonen, derzeit noch keinen allgemeinen Rückgang der Investitionsbereitschaft bei ihren Kunden beobachten können, stellen sie doch fest, dass geplante Beschaffungen inzwischen mit einem immer größeren Zeitversatz erfolgen, wie Kosmowski es ausdrückt. Fischer berichtet von verschobenen Projekten in der Automobilindustrie, »und zwar in Bereichen, die nicht zur E-Mobility gehören«. Dafür, warum etwas nicht zustande kommt oder verschoben wird, sind die Begründungen, wie Dehn ausführt, »nicht immer eindeutig«. Nach seiner Erfahrung hat das auch regelmäßig mit Budgetfristen zu tun. »Wenn nicht mehr bis zum Jahresende geliefert werden kann, dann wird die Beschaffung eben gegebenenfalls ins kommende Jahr verschoben.«

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2. Thema Beratung gewinnt an Bedeutung

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