Weichenheizungen der Rhätischen Bahn Der Verkehr muss rollen

»Selective Fuse Breaking« für hohe Anlagenverfügbarkeit

Alle Quint-Netzteile sind nach der EN 50121-4 zertifiziert. Dieser Teil der Normenreihe beschreibt umfassend die EMV-Anforderungen für den Bahnbereich und stellt sehr hohe Anforderungen hinsichtlich der Störaussendungen und der Störfestigkeit. Die Geräte mit dem Zusatz CO in der Produktbezeichnung sind zudem nach der Norm EN 50155 geprüft, die den Einsatz elektronischer Einrichtungen auf Bahnfahrzeugen beschreibt.

Zusätzlich zur Temperatur spielt für die Rhätische Bahn die hohe Schock- und Vibrationsbeständigkeit der Steuerung und der Netzteile eine große Rolle. Die Vibration wird nach der Norm IEC 60068-2-6 gemessen, dies geschieht im laufenden Betrieb mit 15 Hz bei einer Amplitude ±2,5 mm. Einen weiteren Belastungstest erfahren die Geräte bei 15 Hz bis 150 Hz, wobei Netzteile für 90 Minuten mit 2,3 g belastet sind. Die Schockprüfungen nach IEC 60068-2-27 werden sogar mit 30 g je Raumrichtung durchgeführt.

»SFB« für hohe Anlagenverfügbarkeit

Ein weiteres Plus der Quint-Geräte hinsichtlich deren Betriebssicherheit ist die Leistungsreserve »SFB Technology« (Selective Fuse Breaking). Die Steuerung und das Modem als auch die Sensorik sind einzeln mit Leitungsschutzschaltern der Charakteristik C abgesichert. Sollte es in der Sensorik zu einem Kurzschluss kommen, muss die Sicherung schnell genug auslösen, damit die Spannung an der SPS nicht einbricht. Handelsübliche Netzteile sind dazu nicht in der Lage, da sie im Fall eines Kurzschlusses den hohen Strom nicht zur Verfügung stellen, der zum Auslösen des Leitungsschutzschalters innerhalb kürzester Zeit notwendig ist. »Die SFB Technology war für uns ein absolutes Muss«, berichtet Cotti. »Ohne diese lösen Netzteile thermisch aus, im schlimmsten Fall auch gar nicht. Die Spannung bricht ein, die Steuerung kann keine Fehlermeldung absetzen und dies führt dazu, dass die gesamten Anlage unkontrolliert ausfällt. So etwas ist noch nie passiert, aber wir lassen es nicht darauf ankommen.«

Ein Leitungsschutzschalter der Charakteristik C und 4 A Nennstrom benötigt minimal das Fünf- und maximal sogar das Zehnfache seines Nennstroms, damit er bei Gleichspannung sicher im magnetischen Bereich seiner Kennlinie auslöst. Kommt es zu einem Kurzschluss – zum Beispiel durch ein defektes Kabel –, liefert das 10-A-Gerät über die SFB-Technologie 60 A für bis zu 12 ms. Der Leitungsschutzschalter löst auf jeden Fall im magnetischen Bereich seiner Kennlinie aus. Das ist schnell genug, sodass die Steuerung durchgängig versorgt bleibt und trotz des aufgetretenen Kurzschlusses unterbrechungsfrei weiterarbeitet.