Smartphones laden Brennstoffzellen-Ladegerät für 99 US-Dollar

Das Minipak-Ladegerät mit der dazugehörigen Wasserstoff-Kartusche.
Das "Minipak"-Ladegerät mit der dazugehörigen Wasserstoff-Kartusche.

Der in Singapur ansässige Hersteller von Brennstoffzellen, Horizon Fuel Cell Technologies Pte. Ltd., bietet für 99 US-Dollar ein Ladegerät auf Brennstoffzellenbasis an, mit dem sich die Akkus von Smartphones laden lassen. Um den zum Betrieb nötigen Wasserstoff zu erzeugen, hat das Unternehmen auch den passenden Mini-Elektrolyseur als Zubehör im Angebot.

Beim „Minipak“ handelt es sich um ein brennstoffzellenbetriebenes Ladegerät zum Laden von Akkus in Smartphones, MP3-Spielern oder anderen elektronischen Kleingeräten. Als Ausgang – max. 2 W - dient ein USB-Anschluss. Das mit einer Mikrobrennstoffzelle betriebene Ladegerät bezieht seine Energie aus dem „Hydostick“  - eine wiederbefüllbare Wasserstoff-Kartusche auf Metall-Hydrid-Basis. Sie kann für 11 Wh Wasserstoff speichern. Das soll für das ein- bis zweimalige Laden von einem Smartphone-Akku ausreichen.

Die Wasserstoff-Kartusche ist für 80 Lade- und Entladezyklen ausgelegt, was Horizon Fuel Cell Technologies mit einer Lebensdauer von 2 Jahren vergleicht. Sie enthält keine giftigen Stoffe und kann komplett recycelt werden. Zertifiziert ist die Wasserstoff-Kartusche sogar nach ISO 16111, sie kann daher auch in Flugzeuge mitgenommen werden. Minipack-Ladegerät und Hydrostick wiegen zusammen 150 g.

Mit eingesetzter Wasserstoff-Kartusche (Hydrostick) kann das Minipak mit der Stromerzeugung beginnen. Dazu verarbeitet die Mikrobrennstoffzelle den Wasserstoff aus dem Hydrostick zusammen mit dem Sauerstoff aus der Umgebungsluft.

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Die einzelnen Komponenten des Brennstoffzellensystems

Die einzelnen Komponenten des Brennstoffzellensystems

Einsatzgebiete für dieses Ladegerät sieht der Hersteller vor allem beim Reisen oder beim Campen, also überall dort, wo es keine Netzstromversorgung zum Laden von Akkus gibt. Daher verwundert es auch nicht, dass in den USA der Outdoor-Händler REI den Vertrieb übernimmt.

Wer den Hydrostick nachladen will, kann dazu gleich den Elektrolyseur „Hydrofill“ von Horizon Fuel Cell Technologies nehmen, der mit 249 US-Dollar aber schon etwas teurer ist. Mit diesem Mini-Elektrolyseur lassen sich die Kartuschen wieder mit Wasserstoff befüllen. Dazu bedarf es allerdings elektrische Energie in Form von Gleichspannung: 2,5 V bis 3,3 V, Leistungsaufnahme 25 W. Ein externes Netzteil mit Weitbereichseingang (110 V bis 240 V) wird mitgeliefert. Diese Bauweise erlaubt es auch den Mini-Elektrolyseur per Solarzellen oder Windgenerator zu betreiben – wenn deren Ausgangsspannung auf den Eingangsspannungsbereich angepasst wird. Der Hydrofill soll pro Stunde bis zu 10 l Wasserstoff herstellen können.

Ganz neu ist dieses Brennstoffzellen-System allerdings nicht: Horizon Fuel Cell Technologies hatte es bereits vor zwei Jahren vorgestellt. Allerdings ist das Unternehmen erst jetzt mit dem Produkt in den Einzelahndel gegangen, beginnend in den USA. Außerdem wurden neben kleineren technischen Verbesserungen auch das Design des Minipaks verändert, und die CE-Konformität erlangt.

Laut Angaben des Herstellers soll dieses Ladegerät mit Brennstoffzelle – als Personal Power Center bezeichnet - demnächst auch bei deutschen Einzelhändlern zu finden sein. Wer nicht so lange warten will, kann sich unter dieser E-Mail-Adresse weitere Infos holen oder es gleich bestellen: europe@horizonfuelcell.com