BMBF fördert CITEC Smartes Spieglein an der Wand…

Der intelligente Spiegel zeigt nicht nur das Spiegelbild, sondern auch Informationen zum Wetter und aktuelle Termine.
Der intelligente Spiegel zeigt nicht nur das Spiegelbild, sondern auch Informationen zum Wetter und aktuelle Termine.

Zwar verrät der Spiegel der Zukunft nicht, wer die Schönste im ganzen Land ist, dafür gibt er Tipps beim Zähneputzen, kündet anstehende Termine an und gibt Informationen zum Wetter. Die smarte Wohnung KogniHome von CITEC der Universität Bielefeld hat jedoch noch mehr zu bieten.

Das Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) der Universität Bielefeld wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Zusammen mit 13 regionalen Partnern entwickelt CITEC im Innovationscluster KogniHome eine intelligente und vernetzte Wohnung, die ihre Bewohner in ihrem Alltag unterstützen soll. In den einzelnen Teilprojekten – Digitale Küche, Eingangsbereich, persönlicher Trainer und virtueller Dialogassistent – werden verschiedene Techniken der smarten Wohnung erforscht und entwickelt. Der smarte Spiegel und die smarte Tür gehören zum Eingangsbereich und sind Beispiele der assistierenden Techniken, die im Eingang der Wohnung platziert sind.

Laut Dr. Thomas Hermann sind Spiegel in unserem Alltag eine gewohnte Nebensache, die wir täglich eher unbewusst verwenden. Aus diesem Grund wurde für die Bedienung des intelligenten Spiegels eine Gestensteuerung entwickelt. Hermann leitet die Forschungsgruppe Ambient Intelligence (Umgebungsintelligenz) am CITEC. Der Spiegel solle im Mittelpunkt stehen, also müssen alle Funktionen darum gruppiert sein. Zum Beispiel der integrierte Terminkalender. Außerdem soll der Spiegel Puls und Atemfrequenz künftig allein durch die Veränderung der Gesichtsfarbe messen. Schon beim Zähneputzen könnte der Nutzer abfragen, wie das Wetter im Laufe des Tages wird oder ob die Bahn pünktlich fährt. Selbst das Anprobieren der Kleidung soll der Spiegel in Zukunft erleichtern, indem der Nutzer eine Vorschau der Kleidungsstücke am Spiegelbild betrachten kann. Die verbauten Kameras ermöglichen bereits eine Farbkorrektur des digitalen Spiegelbilds, wodurch Menschen mit Farbschwäche die verschiedenen Nuancen ihrer Kleider besser wahrnehmen können.

Der Prototyp des Spiegels besteht aus einem Flachbildschirm, der hinter einer Spiegelscheibe versteckt ist. Für den Eingangsbereich des KogniHomes sind zwei Spiegelarten geplant: Ein Spiegel für das Badezimmer und einer für die Garderobe. Der Spiegel kann wie gewohnt verwendet werden; eingebaute Kameras ermöglichen aber auch andere Blickwinkel – wie die Ansicht des Rückens oder des Hinterkopfs.

Außerdem soll der intelligente Spiegel mit Menschen und mit anderen Geräten der mitdenkenden Wohnung vernetzt werden. Zum Beispiel wird der Garderoben Spiegel direkt mit der Ankleide und mit der intelligenten Eingangstür verbunden und kann je nach Wetterlage bestimmen, welche Jacke dem jeweiligen Bewohner über die Ankleide gereicht werden soll. Doch auch die Eingangstür soll den Alltag des Haushalts erleichtern. Zwar sieht sie wie eine handelsübliche Tür aus, sie ist jedoch mit verschiedenen Sensoren ausgestattet, die Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Rauch, Licht, Schall und Bewegung messen. Zum Abschluss des Projekts soll die Tür noch mehr können: Durch das Bluetooth-Signal des Smartphones oder der Smartwatch soll sie zum Beispiel jeden Bewohner erkennen.