OLED statt LCD Samsung baut Display-Sparte um

Bisher sind OLED-Fernseher vor allem als Hingucker auf Messen in Erscheinung getreten. In den Wohnzimmern standen sie jedenfalls nicht. Das könnte sich schneller als erwartet ändern denn der weltgrößte Panel-Hersteller Samsung strukturiert sein Display-Geschäft gründlich um und rückt OLED-Displays in den Fokus.

Samsung will sich für das OLED-Zeitalter fitmachen und restrukturiert seine Display-Sparte. Dazu gehört, dass das LCD-Geschäft aus dem Konzern ausgegliedert und als Tochterfirma weitergeführt wird. Das neue Unternehmen mit dem Namen Samsung Display, das zu 100 Prozent zu Samsung Electronics gehören wird, bekommt ein Startkapital von 750 Milliarden Won (ca. 500 Mio. Euro) mit auf den Weg. Ab dem 1. April wird es Samsung Display dann offiziell geben.

Nach der Auslagerung sollen weitere Schritte folgen: So denkt Samsung über eine Verschmelzung mit Samsung Mobile Display sowie dem Panel-Hersteller S-LCD nach, der als Joint Venture mit Sony entstanden war und den Samsung Ende 2011 komplett übernommen hatte. Samsung Mobile Display wiederum ist weltgrößter Hersteller für AMOLED-Displays, die größtenteils in Smartphones zum Einsatz kommen. Das Know-how für diese Art von Display ist bei Samsung also schon länger vorhanden. Interessant, speziell für den Standort Deutschland, ist in diesem Zusammenhang auch der Einstieg Samsungs beim Dresdner OLED-Spezialisten Novaled im September.

Den OLED-Displays dürfte die Zukunft gehören, da sie deutlich energiesparender, dünner und leichter als LCDs sind und darüber hinaus eine höhere Bildqualität haben. Auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas stellten Samsung und LG bereits 55-Zoll große OLED-Fernseher vor. Marktforscher geben den Preis solcher Geräte mit um die 8.000 Dollar an. Sollte Samsung große OLED-Displays in großem Stil herstellen, dürfte dieser Preis schnell sinken.

Mit der Abspaltung des LCD-Geschäfts reagiert Samsung aber auch auf die wirtschaftliche Entwicklung, da das LCD-Geschäft im letzten Jahr zu einem Verlustbringer für den Konzern geworden war. Den OLED-Displays steht hingegen ein großes Wachstum bevor.