Messerückblick Nicht nur ein Licht aufgegangen

Keine Batterie, keine konventionelle Stromversorgung und kabellos: Die AC-Technik, IR-LEDs für Iris-Scanner, »Einstone« und das Prinzip der Energieernte stellen altbekannte Techniken in den Schatten. Auf der Light + Building 2016 wurden der DESIGN&ELEKTRONIK innovative Produkte vorgestellt.

Unter dem Motto »Where modern spaces come to life: digital – individuell – vernetzt« startete am 13. März 2016 die Weltleitmesse Light + Building in Frankfurt. Der Begriff »Weltleitmesse« ist in diesem Kontext keinesfalls übertrieben: Auf einer Fläche von 248.500 Quadratmetern zeigten 2589 Aussteller auf 22 Hallenebenen sechs Tage lang Produkte und Entwicklungen der Licht- und Gebäudetechnik.

Auf der diesjährigen Light + Building präsentierte die Industrie Techniken zur Vernetzung, zur Digitalisierung und aktuelle Designtrends. Dekorative Leuchtmittel wurden gezeigt und Branchenthemen erläutert wie »Human Centric Lighting«, »Digital Building« und effizientes Energiemanagement. Die Messe-Highlights aus Blickwinkel der DESIGN&ELEKTRONIK fokussieren sich in Hinblick auf das angesprochene Themenportfolio auf die Bereiche digitale Vernetzung, LEDs und Energieernte:

Osram stellte u. a. »Einstone« vor. Diese intelligente Sendeeinheit für standortbezogene Dienste kann direkt in die Lichttechnik integriert werden. Sie nutzt die Stromversorgung der bestehenden Lichtinfrastruktur. Einstone arbeitet mit Bluetooth und ist vielseitig einsetzbar. Beispielsweise erhielten Fachbesucher auf der Messe in einem nachgebauten Museum bei Annäherung an die Exponate via App gesprochene Erläuterungen auf ihr Smartphone (in zwei Sprachen). Auch eine Navigation für Blinde mittels Einstone wurde vorgestellt. Sie hilft Sehbehinderten, sich in einer neuen Umgebungen besser zurechtzufinden.Osram Opto Semiconductors demonstrierte neue Einsatzmöglichkeiten für Infrarot-LEDs (Bild 1).

Die Biometrik wie Eye-Tracking, Iris-Scan oder Systeme zur Gestenerkennung basiert u. a. auf IR-LEDs. Der Abgleich der Augen-Iris gilt momentan als sicherstes biometrisches Verfahren für Zugangskontrollen. »Oslux SFH 4780S« kombiniert die passende Wellenlänge, optische Leistung und Abstrahlcharakteristik, um kontrastreiche Augenaufnahmen zu gewährleisten. Osram ist gegenwärtig der weltweit einzige Anbieter von Infrarot-Sendern, die für Iris-Scanner in Smartphones und dergleichen geeignet sind.

EuroLighting stellte für die Innen- und Außenbeleuchtung ein neues LED-Sortiment in AC-Technik (Bild 2) vor. Diese LED-Module brauchen keine konventionelle DC-Stromversorgung. Auf einem Modul befinden sich sowohl die Stromversorgung als auch der integrierte Schaltkreis (IC). Alle Leuchtdioden sind gleichmäßig dimmbar, werden mit 230 V Wechselspannung betrieben und haben eine ausgewogene Wärmeverteilung ohne Hot-Spots. In der DESIGN&ELEKTRONIK Ausgabe 5 ist ein ausführlicher Artikel zum Thema LED-Ansteuerung mittels AC-Technik.

EnOcean zeigte unter anderem das Schaltermodul »PTM 215ZE«. Es ist mechanisch kompatibel mit dem Standardmodul »PTM 21x«. Auch das »PTM 535Z«-Sendemodul und das »CM 515Z«-Transceivermodul mit ESP3-Schnittstelle wurden vorgestellt. Diese Komponenten sind Teil der modularen 2,4-GHz-Produktserie (Bild 3).

Die Komponenten sind für die Funkkommunikation im global nutzbaren 2,4-GHz-Frequenzband ausgelegt. EnOcean nutzt das Prinzip der Energieernte für Funksensoren. Kernstück dieser Technik ist der elektromechanische Energiewandler »ECO 200«. Bewegung, Licht oder Temperatur werden durch ihn in elektrische Energie umgewandelt.

Gemeinsam mit einem effizienten Energiemanagement setzen OEM-Partner diese Technik in batterielose Anwendungen für das IoT um. Beispielweise nutzt der in Bild 4 gezeigte Schalter verschiedene Funkstandards und verzichtet auf eine aufwendige Verkabelung ebenso wie auf einen Batteriewechsel.