Heimkino mit gnadenlos scharfen Bildern und kristallklarem Sound

Im High-Definition-Fersehen erlebt die Digitalisierung der Unterhaltungselektronik ihre vorerst schönste Blüte. HDTV beschert nicht nur der Elektronikindustrie lukrative Wachstumsraten, der Boom des hochauflösenden Fernsehens schafft auf der Consumer-Seite auch gerätetechnisch die Basis für ein zukünftiges Triple-Play in neuen Dimensionen.

Im High-Definition-Fersehen erlebt die Digitalisierung der Unterhaltungselektronik ihre vorerst schönste Blüte. HDTV beschert nicht nur der Elektronikindustrie lukrative Wachstumsraten, der Boom des hochauflösenden Fernsehens schafft auf der Consumer-Seite auch gerätetechnisch die Basis für ein zukünftiges Triple-Play in neuen Dimensionen.

In vielen Wohnzimmern hat die Zukunft bereits begonnen: Es ist kaum noch möglich, neues Video- oder Audio-Equipment zu erwerben, das nicht für die High-Definition-Zukunft des Infotainments gerüstet wäre. Flachbildschirme und Empfangsgeräte sind bereits seit geraumer Zeit erhältlich. Seit kurzem gibt es nun auch die ersten Fernsehgeräte mit Full-HD-Auflösung, also mindestens 1920 x 1080 Pixeln. Auch Komplettgeräte – Bildschirme mit eingebautem HDTV-Empfangsteil –, sei es nun für Satellitenempfang oder für Kabel, stehen bereits bei den Händlern.

Mittlerweile sind auch Disk-Player, entweder als HD-DVD oder als Blu-ray-Spieler, erhältlich, und wer ganz sicher gehen will, in puncto DVD-Standard nicht aufs falsche Pferd zu setzen, der entscheidet sich eben für einen Multiformat-HD-Player. Auch beim Filmangebot in HD-Qualität beginnen sich die Filmstudios allmählich ins Zeug zu legen. Zur IFA in Berlin waren bereits mehr als 300 Filme auf Blu-ray-Scheiben erhältlich, das Angebot der Filme auf HD-DVD hinkt dem allerdings noch etwas hinterher.

Doch damit sind die HDTV-Einsatzmöglichkeiten noch nicht ausgeschöpft: Auch moderne elektronische Fotoapparate mit Bildauflösungen über 2 MPixel und viele digitale Videokameras liefern heute bereits Bilder in High-Definition-Auflösung. Auch Spielekonsolen der jüngsten Generation bieten schon HD-Darstellung, natürlich nur, wenn das eingesetzte Spiel in HD programmiert ist.

Die schicken, großformatigen elektronischen Wandbilder, ob sie nun LCD-, Plasma- oder projektionsbasiert sind, stellen damit also eigentlich nur den Anfang, sozusagen den Kristallisationspunkt, einer vielfältig ausbaubaren HD-Anlage dar, die das Wohnzimmer zum Heimkino macht für Filme, Sport, Unterhaltung, Diashows oder selbst erstellte Video-Kreationen.

Den Weg zu den Konsumenten findet HDTV-Content bislang vor allem über drei Wege: Satellit, Breitband-Kabel und Terrestrik. Rasch zunehmen dürfte in Zukunft die Bedeutung des Internets mit seinen schnellen DSL-Anschlüssen. Satelliten bietet derzeit das umfangreichste Angebot, und zwar sowohl in Form unverschlüsselter Programme wie ProSieben HD oder Sat.1 HD, als auch durch verschlüsselte Programme wie Premiere HD. HDTV-Angbote haben mittlerweile aber auch mehrere Kabelnetzbetreiber im digitalen Angebot. Internet-basierte HDTV-Angebote in Form von IPTV stehen zumindest in Deutschland noch am Anfang.

Während also auf der Konsumentenseite die Ausstattung mit HDTV-fähigem Equipment mit hohen Wachstumsraten steigt und auch die Übertragungsmöglichkeiten für HDTV-Inhalte in verschiedenen Technologien zur Verfügung stehen, haben die meisten Konsumenten bislang bei ihrem klassischen Fernsehabend keine so rechte Freude an den Geräten, die ihnen neuen Seh- und Hörgenuss versprachen. Zwar werden Filme und TV-Produktionen, schon aus Gründen der Zukunftssicherheit, bereits seit Jahren in HDTV gedreht, aber nicht in HDTV-Qualität gesendet.

Schenkt man den jüngsten Verlautbarungen von ARD und ZDF Glauben, dann wird sich daran so schnell auch nichts ändern. Die öffentlich rechtlichen Programmveranstalter wollen den HDTV-Regelbetrieb erst 2010 aus Anlass der Olympischen Winterspiele in Vancouver aufnehmen.

Wer bis dahin die Leistungsfähigkeit seines Full-HD-Geräts mit Bildwiederholraten von 100 Hz genießen will, der bleibt bis auf weiteres auf Satelliten-, Kabel-, Internet- und terrestrische Angebote angewiesen, oder er greift auf DVDs, Spielekonsolen und selbst gemachten HD-Content zurück.

Bis HTDV als Regelbetrieb angeboten wird, arbeitet die TV-Gerätehersteller an der Vernetzung ihrer Produkte. Dem integrierten HDTV-Empfänger folgt dann der Festplattenrekorder. Drahtlos – etwa per WLAN– lassen sich zudem Musik, Videos und Fotos vom PC auf den Flachbildfernseher im Wohnzimmer übertragen. Die HDTV-Zukunft, sie hat gerade erst begonnen und wird in Zukunft nicht nur den Bandbreitenbedarf in die Höhe treiben, sondern sehr zur Freude der Storage-Spezialisten auch den Speicherbedarf der Konsumenten rapide nach oben schnellen lassen.