Größere Displays dank Windows Vista?

Der Markt für große LC-Displays ist ein Musterbeispiel für das Wechselspiel von Angebot und Nachfrage in einem von der Entwicklung der Technologie bestimmten Marktgeschehen. Dabei geraten die Preise für Standard-Produkte immer schneller unter Druck. Das neue Betriebssystem Vista zieht auch einen Umstieg auf Displays mit neuen Formaten nach sich; hierfür werden hohe Wachstumsraten prognostiziert.

LC-Displays mit dem Seitenverhältnis von 16:9, so genannte „Wide Format Displays“, werden nach Ansicht von iSuppli (www.isuppli.com) bei Desktop- PCs bereits 2009 zu den meistverkauften Display-Formaten gehören. Dabei gehen die Marktforscher für 2011 für die Wide Format Displays von einem Markt von 146 Mio. Einheiten aus; auf Grundlage der 2006 verkauften 9,1 Mio. Einheiten errechnet sich daraus ein mittleres jährliche Wachstum von 74,3 Prozent. Für 2007 liegt die Prognose bei einer Stückzahl von 35,8 Mio. Einheiten (Bild 1). Der Umsatz soll in dem untersuchten Fünf- Jahres-Zeitraum von 2,3 Mrd. (2006) auf 20,9 Mrd. Dollar (2011) steigen, für 2007 wird bereits eine Verdreifachung auf 6,7 Mrd. Dollar erwartet. Das Breitwandformat bietet in erster Linie Vorteile für den Hersteller, beim „Wide Format“-Zuschnitt kann das Glas effizienter genutzt werden als beim Standard-Format; daher wird es von den LC-Display-Herstellern bevorzugt. Die Verbraucher haben hier jedoch, anders als beim Fernseher oder den Notebooks, den neuen Standard noch nicht angenommen. Die Marktforscher von iSuppli erwarten, dass sich die Situation mit der Einführung des Betriebssystems „Vista“ von Microsoft ändern wird. Allerdings wird hier mit regionalen Unterschieden gerechnet, so soll die Adaption des neuen Formats in China (wo sonst?) am schnellsten vonstatten gehen.

Wide Format Displays werden im Prinzip in allen Formaten angeboten, aber besonders wird nach Ansicht der Marktforscher der Markt bei den Bildschirmdiagonalen von 19, 20 und 22 Zoll umkämpft sein. Dabei könnten die 20-Zoll-LC-Displays wegen der rasch sinkenden Preise bei den 22-Zoll-Bildschirmen vom Markt völlig verdrängt werden. Die 20- Zöller bieten allerdings eine höhere Auflösung als die 19- Zoll-Bildschirme, die besser zu den höheren Grafik-Anforderungen des Vista-Betriebssystems passt. Aber die Marktforscher rechnen durchaus damit, dass hier – wie dies schon häufiger zu beobachten war – beim Konsumenten der Preis und nicht die Qualität das entscheidende Kriterium ist und dass den Herstellern von 20-Zoll-Displays auch von dieser Seite her eine ernsthafte Konkurrenz erwächst.

Bei der Kundenstruktur erwarten die Markforscher von iSuppli für die Wide-Format-LC-Displays bei den privaten Haushalten eine höhere Nachfrage als bei den Unternehmen. Dabei spielt die wachsende Zahl der Anwendungen eine wesentliche Rolle: Spiele, Filme, Internet-Fernsehen (IP-TV) und Video-Clips. Allerdings sehen auch die Unternehmen die Wide Screens bei gewissen Anwendungen im Vorteil, etwa bei der Darstellung von Tabellen (Spread Sheets).

Preisverfall bei großen LC-Displays gestoppt

Von den großformatigen Standard- LCD-Monitoren für den Desktop-PC berichten die iSuppli-Marktforscher, dass sich die Situation nach einem fünf Monate dauernden Überangebot mit entsprechendem Preisverfall für die Hersteller wieder entspannt hat. Der mittlere Preis für LCD-Monitore hatte im April im Vergleich zum Vormonat wieder um 2 Prozent angezogen.

Firma

Marktanteil Q4

Marktanteil Q3

Rang Q3

Samsung16,77%13,52%

2

Philips15,12%12,63%

3

Sony13,07%11,63%

4

Sharp11,43%13,86%

1

LG Electronics7,82%7,43%

5

sonstige35,79%40,94%

Tabelle 1. Rangfolge der Hersteller von LC-TV-Bildschirmen für das dritte und das vierte Quartal 2006 nach Anzahl der ausgelieferten Einheiten. (Quelle: iSuppli)