Flexibel konfigurierbar und robust zugleich

Kapazitive Technologien – unempfindlich gegen Feuchtigkeit

Auf einem Glas-Overlay wird mittels einer Metallbeschichtung ein Spannungsfeld von geringer Stärke erzeugt. Berührt der Bediener die Oberfläche, erdet er den Touchscreen und ändert somit das elektrische Feld. Der Stromfluss von den Ecken des Touchscreens zum Finger ist proportional der Entfernung zum Finger. Daraus errechnet der Controller die Position. Kapazitive Bildschirme sind geringfügig heller und klarer als die mit resistiver Technologie. Die Bildqualität der Oberflächenwellen- oder Infrarot-Technik erreichen sie jedoch nicht. Sie sind unempfindlich gegen Feuchtigkeit und Schmutz, man findet sie daher häufig in Spielsalons, an Informationsständen sowie in Point-of-Sales-Systemen.

Eine Einschränkung herkömmlicher kapazitiver Bildschirme ist, dass weder die Bedienung mit Handschuhen noch mit anderen Gegenständen wie Stiften möglich ist und das System durch Umgebungsbedingungen (z.B. elektromagnetische Einflüsse) beeinträchtigt werden kann, was wiederholte Kalibrierung erfordert. Diese Schwächen lassen sich aber auch kompensieren – so beispielsweise durch Elos Projected-Capacitive-Touch-Technologie. Diese kann direkt vor dem Display oder sogar hinter Schaufensterscheiben oder anderen Schutzmaterialien installiert werden. Die Oberfläche ist in jedem Fall vor Kratzern, Stößen oder Vandalismus geschützt. Ein weiterer Pluspunkt für diese innovative Variante der kapazitiven Technologie ist, dass die Systeme sowohl mit dem blanken Finger als auch mit Handschuhen oder mit dem Fingernagel bedient werden können.

Bei der akustischen Impulserkennung APR (Acoustic Pulse Recognition) handelt es sich um einen komplett neuen und einzigartigen Weg, TouchBerührungen auf dem Display zu erkennen. Mit einer schlichten Glasscheibe vor der Bildanzeige und einer kleinen, elektronischen Controllerkarte funktioniert APR, indem es auf den Touch „hört“.

Jede Berührung an jeder Stelle des Glases erzeugt ein einzigartiges Ge-räusch. Vier winzige Transducer, also Signalumwandler, nehmen diesen Berührungsklang an den Kanten der Touchscreen-Glasscheibe auf. Dieses Signal wird vom Controller digitalisiert und mit einer Liste zuvor aufgenommener Klangdaten für jede Stelle auf dem Glas verglichen. Bei Übereinstimmung springt der Cursor augenblicklich an die Berührungsstelle (Bild 2). APR unterscheidet sich zugleich von früheren Versuchen, die Position einer Touch-Berührung mittels Mikrofonen zu bestimmen: APR nutzt zur Erkennung der Berührposition eine einfache Klangtabelle anstatt aufwendiger und teurer Signalverarbeitung, die ohne jegliche Referenz-Daten die Touch-Position zu errechnen versucht.

Die neue Technologie fügt die Eigenschaften vorhandener Touch-Technologien nahtlos zusammen. Sie kombiniert optische Qualität, Widerstandsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Oberflächenwellen- und Infrarot-Touch-Technologie mit den „Dragging“-Eigenschaften der kapazitiven Technologie. Das Ziehen von Objekten kann bei APR allerdings auch mit jedem Gegenstand erfolgen, denn auch die Vorzüge resistiver Technologien finden sich wieder: Die Aktivierung mit Stift, Handschuhen und Fingernagel ist möglich, die Preisgestaltung attraktiv. APR kann nach dem Industriestandard NEMA 4/IP 65 abgedichtet werden, funktioniert auch mit Wasser und anderen Verschmutzungen oder Kratzern auf dem Screen und lässt sich nicht von umgebendem Metall oder schwacher Erdung beeinflussen. Diese Technologie ist für Display-Größen von kleinen PDAs bis zu großen 42-Zoll-Monitoren skalierbar und ermöglicht die Auflage des Handballens auf den Screen während der Handschriftenerfassung.

Zugleich kommt APR mit den schmalsten Rändern aller Touchtechnologien aus – nur 5 mm sind inklusive des Abdichtungsbereichs nötig. So können mehrere LC-Touch-Displays sehr eng nebeneinander positioniert werden. Die akustische Impulserkennung arbeitet mit einem festen Koordinatensystem (Charakteristik), das sich durch Umgebungsbedingungen nicht beeinflussen lässt. Das bedeutet, dass die herkömmliche Touch-Kalibrierung während der Systemkonfiguration oder beim Kunden entfällt.