Blick in die Displaywelt von morgen

Zahlreiche Hersteller haben in diesem Jahr mit neuen oder verbesserten Displaytechniken und extravaganten Prototypen auf sich aufmerksam gemacht. Woran gearbeitet wird, und worauf sich die Anwender in der nächsten Zeit freuen können – hier ein kleiner Überblick.

• Neustart für Brillensysteme mit Microdisplays: Sony zeigte kürzlich ein Brillensystem mit einer Transmission von über 85 Prozent und einer Leuchtdichte von mehr als 2500 cd/qm. Das Licht der seitlich angeordneten Microdisplays wird über Wellenleiter und holographische Auskoppelelemente zu einem Bild für den Betrachter zusammengesetzt.

Was spricht für den Einsatz solcher Brillen? »Sie sind einfach praktisch«, so Prof. Dr. Blankenbach von der Hochschule Pforzheim. Pluspunkt: Die Anwender haben die Hände frei. Das sei nicht nur bei vielen Freizeitanwendungen von Vorteil, wie MP4-Videoplayer oder Mobile-TV, sondern auch bei vielen Industrieapplikationen. Ein weiterer Vorteil ist der Datenschutz, denn die Bilder sind nur vom Brillenträger wahrnehmbar.

Solche Brillen gibt es nun aber schon länger am Markt, doch bisherige Lösungen hatten den Nachteil, den Nutzer von seiner Umwelt optisch zu entkoppeln. »Das wurde von vielen Anwendern nicht akzeptiert und hat eine größere Verbreitung verhindert «, so Prof. Dr. Blankenbach. Das könnte sich nun aber ändern.

• Große OLEDs: Aktiv-Matrix-OLEDs erfordern aufgrund des emissiven und somit stromgetriebenen Ansteuerverfahrens geringste Toleranzen der TFTs der Aktiv-Matrix-Backplane. Ein Ausweg ist hier die Verwendung von vier und mehr TFTs pro Subpixel, was aber den Aufwand steigert und die Ausbeute verringert.

»In Summe werden diese Punkte als kritisch für die Verwendung größerer Muttergläsern für AMOLEDs angesehen«, so Prof. Dr. Blankenbach. Samsung arbeitet nun aber an einem neuartigen TFT-Aufbau, der Indium-Gallium- Zink-Oxid (IGZO) verwendet. Hierzu zeigte das Unternehmen in diesem Jahr einen 12 Zoll großen Prototypen. Prof. Dr. Blankenbach: »Hier werden die Vorteile hoher Elektronenmobilität der polykristallinen TFTs mit der relativ einfachen Großflächen-Produktion von amorphem Silizium mit Standard-Depositionsverfahren kombiniert.«