Noch kein allgemeiner Ingenieurmangel

Den häufig thematisierten Ingenieurmangel gibt es laut der neuesten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nicht. So suchen immer noch 24 000 Ingenieure eine Beschäftigung.

Zwar deuten auf unter 4 Prozent gesunkene Arbeitslosenquoten bei Maschinenbau-, Elektro- und Wirtschaftsingenieuren sowie 66 000 offene Stellen Ende 2006 auf Engpässe hin, doch kann man bereits von einem »Mangel« sprechen? Das Institut für Arbeitsmarkt und  Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit sagt nein.

So seien im Jahr 2006 auf eine offene Stelle sechs geeignete Bewerber gekommen. Im Jahr 2005 war es nur einer mehr. Verschlechtert habe sich hingegen die berufliche Qualifikation der Bewerber. Bei einem Viertel aller Neueinstellungen waren die berufsfachlichen Kenntnisse nicht erfüllt.

Auch bei den Arbeitslosenzahlen lohnt sich ein genaueres Hinsehen. So sinkt die Zahl der arbeitslosen Ingenieure kontinuierlich. Das betrifft jedoch in erster Linie Neuzugänge in die Arbeitslosigkeit. Ingenieure, die bereits arbeitslos sind, haben keine besseren Chancen als früher, in den Arbeitsmarkt zurückzukehren. Im August 2007 waren 24 147 arbeitslose Ingenieure registriert.

Die Arbeitslosenquote weiblicher Ingenieure (9,7 Prozent) ist außerdem deutlich höher als die ihrer männlichen Kollegen (3,7 Prozent). »Derzeit scheint also allenfalls ein Mangel an jungen männlichen Ingenieuren bestimmter Fachrichtungen zu bestehen«, so die IAB-Studie.

Das IAB bezweifelt darüber hinaus auch die Einschätzung vom Institut der Deutschen Wirtschaft, dass der Fachkräftemangel im Jahr 2007 zu einer Einbuße von einem Prozent des Bruttosozialprodukts führe. Mittelfristig werde jedoch ein Mangel an Akademikern immer wahrscheinlicher.