Moxa plant Firmengründung im Industrial-Wireless-Segment

Gute Chancen als DSL-Alternative

WiMAX wird ein Markt mit guten Aussichten sein, denn die Deutsche Telekom wird mit DSL in den nächsten Jahren nur etwa 91 Prozent aller deutschen Haushalte abdecken können. Kabellose Breitbandtechnologien wie WiMAX könnten sogar mittelfristig das WLAN und langfristig den Mobilfunkstandard UMTS ersetzen – davon gehen immerhin die Analysten von Datacom Research und Rysavy Research aus, denn Breitband-Funk auf OFDM-Basis (Orthogonal Frequency Division Multiplexing) ist in der Tat für die schnelle Übertragung von Mobilfunkdaten besser geeignet, vor allem dann, wenn OFDM mit der intelligenten Antennen-Technologie MIMO (Multiple-Input, Multiple-Output) kombiniert wird, weil durch gewollte Mehrwege-Übertragung entweder die Durchsatzrate erhöht oder die Fehlerhäufigkeit verringert werden kann.

Tatsächlich ziehen einige Mobilfunkanbieter bereits in Erwägung, Funk-Breitband als Ergänzung zu UMTS anzubieten. So hat das US-Unternehmen Sprint vor kurzem angekündigt, WiMAX zu testen und später möglicherweise auch einzusetzen. Die Analysten bei TelecomView erklären WiMAX gar zum klaren Gewinner unter den neuen High-Speed-Funktechnologien: „Diese Technologie wird bis 2009 in diesem neuen Marktsegment 70 Prozent Anteil belegen – und das wegen der höheren Performance und Flexibilität“, verkünden die Analysten. Und weiter: „3G (UMTS) wird wegen der großen Mobilität sicher auch wichtig bleiben, aber WiMAX wird auch damit und mit DSL konkurrieren.“

UMTS hat allerdings in zweierlei Hinsicht doch noch einen Vorsprung gegenüber 802.16: Zum einen gibt es WiMAX noch nicht in allen europäischen Ländern. Für 3G hingegen existieren in den meisten Ländern kommerzielle Dienste. Zudem machen eine Reihe von proprietären Standards die WiMAX-Ausrüstung noch sehr teuer. Hier müsste sich die Industrie auf offene Standards einigen. – Sollte das in zwei bis drei Jahren der Fall sein, könnte WiMAX wegen der größeren Reichweite doch noch für UMTS zur Bedrohung werden, glauben die Analysten, auch deshalb, weil sie den RoI (Return on Investment) für WiMAX als besser ansehen als den für 3G.

Parameter

WiMAX

WLAN

Verwendungals regionales drahtloses Netzwerkals lokales drahtloses Netzwerk
Relevante Spezifikationen802.16.-2004 für den stationären Empfang (so genanntes "Fixed WIMAX", 802.16 e für den mobilen Empfang mit Notebooks oder Handys

802.11 b (max. Bandbreite 11 MBit/s)

802.11 g (max. Bandbreite 54 MBit/s)

Reichweitetheoretisch bis 50 km bei direkter Sichtverbindung von Sender und Empfänger, in dicht bebauten Gebieten und innerhalb von Gebäuden bis 600 mim Idealfall 3 bis 6 km, in der Praxis zwischen 30 und 300 m
Max. Übertragungsratetheoretisch: 109 Mbit/s (28 MHz Kanalbreite) in der Praxis 20 Mbit/stheoretisch: 54 Mbit/s, in der Praxis zwischen 1 und 14 Mbit/s
QoS (Quality of Service)für Sprachübertragung integriert: Nutzung von VoIP und Videostreaming uneingeschränkt möglichfür Sprachübertragung nicht integriert: Nutzung von VoIP und Videostreaming nur eingeschränkt möglich
Frequenzbereiche2500 bis 2690 MHz, 3400 bis 3600 MHz, 5725 bis 5850 MHz2400 bis 2485 MHz, 5150 bis 5350 MHz, 5470 bis 5725 MHz
Tabelle 1. WiMAX und WLAN im Vergleich