Moxa plant Firmengründung im Industrial-Wireless-Segment

Netzaufbauten setzen ein

Klar ist: WiMAX muss sich erst noch „emporarbeiten“. Erste Feldversuche gibt es derzeit vor allem in ländlichen Gebieten in Großbritannien oder in Schweden. Viele Experten glauben, dass hier der kabellose Breitbandanschluss mit Reichweiten von über 50 km die besten Chancen habe. In urbanen Regionen hingegen stünden die Chancen nicht ganz so günstig, da WiMAX hier mit zu vielen etablierten Strukturen konkurrieren müsse.

Während die Bundesnetzagentur die Entscheidung über die Lizenzvergabe wiederholt aufschob und schließlich ein Registrierungsverfahren bis zum 28. 2. 2006 festgelegt hat, befinden sich sowohl Testgebiete als auch bereits kommerzielle Netze im Aufbau. So hat die Deutsche Telekom die WiMAXTechnik in der zweiten Jahreshälfte 2005 in einem Pilotbetrieb in Nordrhein-Westfalen eingeschaltet: Hierbei werden die Ortsteile Menden und Meindorf der Stadt Sankt Augustin bei Bonn versorgt. Ab Anfang 2006 soll WiMAX vom Pilotbetrieb in die normale Betriebsphase übergehen.

Im Oktober 2005 startete die Kaiserslauterer ISP Transkom Kommunikationsnetzwerke das erste WiMAX-Pilotprojekt in Kaiserslautern (www.wimax-kl.de), womit erstmals eine komplette Großstadt versorgt wird. Die Basisstation steht auf dem Kaiserberg und sendet auf unterschiedlichen Frequenzen. Verwendet werden eine Rundstrahlantenne und eine Panelantenne jeweils mit vertikaler Polarisation. Die maximale Abstrahlleistung beträgt 5 W, als maximale Datenrate des Clients gelten 6 Mbit/s. Erste Tests auf einer Strecke von 2,5 km ergaben Latenzen von 23 ms bei maximalem Durchsatz.

Die Stadt Düsseldorf will bis Februar 2006 ein stadtweites WiMAX-Netz aufbauen. Im westfälischen Selm entsteht momentan auch ein WiMAXNetz. Das Backbone besteht dabei (noch) aus einem Pre- WiMAX-Standard, die Verteilung auf die Endkunden als „letzte (drahtlose) Meile“ aus dem bekannten WLAN. Neben Selm befinden sich weitere WiMAX-Pilotprojekte in Deutschland in Vorbereitung. Inzwischen ist im sauerländischen Finnentrop ein weiteres WiMAX-Netz (pre-release), allerdings noch mit einigen „Funklöchern“, in Betrieb genommen worden. Im Gegensatz zu Selm wird dort kein WLAN verwendet. Dadurch besteht für den Internet- Nutzer neben der höheren Datensicherheit auch der Vorteil, eine „echte“ Quality of Service (QoS) für Sprachübertragungen (VoIP) zu erhalten. Ein weiterer Ausbau auf die Nachbargemeinden Lennestadt und Attendorn soll bereits in Planung sein.