Mikroplastik in Kosmetika WorldOceansDay: Körper schrubben - Meere mit Plastik verschmutzen

Heute ist World Oceans Day - Mikroplastik stellt eine große Bedrohung für unsere Weltmeere dar. USA hat landesweit Mikroplastik in abwaschbaren Kosmetika verboten; Australien hat Mikroplastik ebenfalls verboten. Und was macht die EU? Abwarten...

Was ist Mikroplastik?

Etwa zehn Prozent Mikroplastik gelangt durch Kläranlagen in Gewässer. Davon betroffen sind Seen, Flüsse und Meere [11]. Plankton, Muscheln und Seevögel nehmen Mikroplastik auf und fügen es der Nahrungskette zu. Laut Bundesamt für Risikobewertung besteht zwar derzeit keine Gefahr für Menschen, die Umweltverschmutzung unseres Ökosystems ist jedoch enorm: Jährlich werden bis zu 300 Mio. t Kunststoffe produziert, wovon ca. 8 Mio. t in Gewässer gelangen. Beispielsweise werden in den USA dem Meer jährlich ca. 100 t Mikroplastikpartikel zugeführt. Der Abbauprozess einzelner Plastikpartikel umfasst mehrere 100 Jahren.

Mikroplastik

Mikroplastik sind Kunststoffpartikel mit einer Größe zwischen 1 μm und 5 mm. Man unterscheidet zwischen primärem und sekundärem Mikroplastik:

 
  • Primäres Mikroplastik gelangt direkt in die Umwelt, z. B. als Kügelchen aus Peelings. Auch Granulat, Füll- und Bindemittel, die aus Versehen vom Container fallen, zählen dazu.
 
  • Sekundäres Mikroplastik sind Partikel, die durch Abrieb- oder Abbauprozesse aus größeren Plastikteilen entstehen, wie Fussel von Pullovern, Teile von Plastiktüten oder Autoreifen.
 

 

Ab Juli 2018 ist Mikroplastik in abwaschbaren Kosmetik- und Hygieneprodukten in den USA verboten. Bis Juli 2017 stellt die Industrie dafür die Produktionsprozesse um [1].  Die US-Regierung reagiert auf Gesetzesvorgaben von acht US-Bundesstaaten, die Mikroplastik bereits verboten haben. Auch Australien verabschiedet dieses Jahr ein Gesetz um Mikroplastik in Kosmetika einzuschränken. Der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel sowie der europäische Dachverband Cosmetics Europe empfehlen, Mikroplastik bis 2020 zu ersetzen [2]. Diese Maßnahmen sollen die Anzahl von Plastikabfall in Gewässern verringern. In der Europäischen Union (EU) sind Mikroplastikpartikel in Kosmetika nach wie vor erlaubt. Im Grünbuch zu Kunststoffabfällen (März 2013) gibt die EU bzgl. Mikroplastik keine Auskunft [3]. Das Grünbuch der EU ist ein Diskussionspapier mit Vorlagen für Verordnungen und Richtlinien zu bestimmten Themen. Grundlegende politische Ziele sollen damit ebenso in Gang gesetzt werden, wie öffentliche und wissenschaftliche Diskussionen. Staatliche und nicht-staatliche Organisationen reichen Beiträge für das Grünbuch ein, um Ideen und Fragestellungen zur Thematik aufzubringen.

Im Oktober 2013 hat die EU Mikroplastik offiziell als maritimen Abfall eingestuft [4]. 2014 wurde eine Studie im Auftrag der EU durchgeführt, die den Einfluss von Mikroplastik auf die maritime Umwelt untersucht [5]. Erste Ergebnisse werden in einigen Wochen veröffentlicht und das weitere Vorgehen geschildert. Derzeit ist Abwarten die Devise. Die EU hofft, dass die Industrie Mikroplastik freiwillig ersetzt.