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Yamaichi Electronics

Ein Prüfadapter für alle Fälle

07. November 2019, 10:50 Uhr   |  Nicole Wörner


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

FinePitch oder größer – der Grundadapter bleibt gleich

Der untere Teil des Prüfadapters enthält die grundsätzliche Kontakteinheit sowie die Schnittstelle zur Testsystemumgebung. Auch hier stehen Flexibilität, Robustheit und Modularität im Mittelpunkt. Und das aus gutem Grund, ist doch die Auswahl des richtigen Prüfadapters aufgrund der unterschiedlichsten Anforderung von elektrischen Baugruppen nicht immer einfach. Zudem sollte er auch für zukünftige Produkte einsetzbar sein. Dieser Aspekt wurde im Systemdesign des Yamaichi-Prüfadapters umgesetzt. Ob die Kontaktierung mit Standard-ICT-Federkontakten und der bewährten WireWrap-Technik aufgebaut wird – was überwiegend für Baugruppen mit unkritischen Signalanforderungen umsetzbar ist – oder Laufzeit- und Impedanz-kontrollierte PCB zum Einsatz kommen, weil die WireWrap-Technologie hier leicht an ihre Grenzen kommt – dies alles lässt sich im Y-ETI-Prüfadapter mit wenigen Handgriffen realisieren. Der Clou dabei: Die gewählte Testsystemschnittstelle an der Rückseite bleibt dadurch völlig unberührt. 

Eine Zweihandbedienung entriegelt und verriegelt in wenigen Schritten die gewählte Kontakteinheit basierend auf den oben genannten Kriterien. Yamaichi hat sich für die Zweihand-Bedienung entschieden, um ein unbeabsichtigtes Entriegeln der Kontaktierung bei geöffnetem Deckel zu vermeiden. 

Die Art der Kontaktierung wird  dadurch definiert, welche Kontakteinheit verwendet wird. Bei Baugruppen mit größerem Testpitch sowie bei unkritischen Signalen wird im Regelfall die herkömmliche Kassette eingesetzt.
© Yamaichi Electronics

Die Art der Kontaktierung wird dadurch definiert, welche Kontakteinheit verwendet wird. Bei Baugruppen mit größerem Testpitch sowie bei unkritischen Signalen wird im Regelfall die herkömmliche Kassette eingesetzt.

Auf der Rückseite des Adapters befindet sich die elektrische Schnittstelle. Diese ist standardmäßig im Footprint der 6-x-170-poligen Pylon-Schnittstellenblöcke ausgeführt. Projektspezifische Anforderungen lassen es auch zu, andere Kontaktmedien wie Power-, Koax- oder Druckluftblöcke sowie Lichtwellenleiter zu verwenden. 

Wie erwähnt, definiert der Prüfling die Wahl der Kontaktierung. Normalerweise muss zu Beginn eine Auswahl des Grundadapters erfolgen. Nicht so bei der Yamaichi-Lösung, denn beim Y-ETI bleibt der Grundadapter gleich, egal welche Kontaktierung benötigt wird. Die Art der Kontaktierung wird lediglich dadurch definiert, welche Kontakteinheit verwendet wird. Bei Baugruppen mit größerem Testpitch sowie bei unkritischen Signalen wird im Regelfall die herkömmliche Kassette eingesetzt. Den Aufbau der Applikation kann der Kunde entweder selbst übernehmen oder von Yamaichi durchführen lassen. Die Signalverdrahtung geschieht mit Standard-ICT-Stiften und einer WireWrap-Leitungsführung, die auf der Kassettenrückseite auf den handelsüblichen 170-poligen Pylon-Schnittstellenblöcken endet. 

Bei Applikationen mit höherer Signalqualität sowie bei Finepitch-Anforderungen ersetzt das Test Application Board (TAB) die Wechselkassette. Damit lassen sich Strukturen bis 0,25 mm Testpad-Abstand realisieren. Die darauf montierten zweiteiligen Kontaktblöcke beherbergen einerseits die bis zu 0,20 mm dünnen Federkontakte, sind andererseits aber auch für die mechanische Ausrichtung des Bauteils zuständig. Yamaichis Finepitch-Federkontaktportfolio deckt vielfältige Anforderungen ab. Auch hierbei wird Modularität groß geschrieben, weil die Federkontaktblöcke einzeln ausgetauscht werden können. Yamaichi bietet dafür einen dementsprechenden Service an.

Die Kontaktblöcke sind in der Regel aus Hochleistungskunststoffen hergestellt. Sehr gute mechanische und elektrisch isolierende Eigenschaften ermöglichen die geforderten Feinstrukturen. Ein dafür vorgesehener Stiffener, auf dem das TAB platziert wird, unterstützt zudem mechanisch. Bei der Verriegelung des TAB werden gleichzeitig die Signale vom DUT über die sechs µTCA-Stecker auf die Backplane verbunden. Diese Stecker sind durch einfaches Festschrauben an der PCB über „compression mount“ verbunden und für Datenraten bis zu 12,5 Gbps spezifiziert.
Auf der Backplane sind diese Signale dementsprechend auf Kontaktpads geroutet, die zum Footprint des 170-pol Pylon-Schnittstellenblocks passen. Die Backplane ist auch kundenspezifisch anpassbar und bietet Freiraum für individuelle Prüfkonzepte.

Standard oder kundenspezifisch

Das vierte und letzte Element des Y-ETI ist die „Extensionbox“. Sie ermöglicht dem Anwender, sein DUT mit der Testsystemumgebung zu verschmelzen – Prüfadapterseitig über die Standardschnittstelle mittels der 170-poligen Pylon-Schnittstellenblöcke, die letztendlich an der Gegenseite auf die notwendige Systemumgebungsschnittstelle treffen. Im Gegensatz zu den meisten herkömmlichen Prüfadaptern bietet die Extensionbox den Vorteil, dass der Y-ETI nicht an ein Testsystem gebunden ist. Weil sich die Extensionbox einfach an- und abdocken lässt, verbleibt nur die Extensionbox am Testsystem und der Prüfadapter kann für weitere Applikationen verwendet werden.

Der Y-ETI im Überblick 

Im Fazit ist der Y-ETI die ideale Lösung zum Kontaktieren unterschiedlichster elektrischer Baugruppen. Sind es hochperformante Signalqualität, enger Testpitch, ein- oder doppelseitige Kontaktierung – der modulare und sehr flexible, aber dennoch robuste und leicht zu bedienende Aufbau ermöglicht dem Anwender mittels der Kassetten- oder TAB-Kontaktierung alle Möglichkeiten. Einmal aufgebaut, ist der Y-ETI nicht an eine Testsystemkonfiguration gebunden sondern kann ohne großen Aufwand schnell an andere Umgebungsschnittstellen angepasst werden.

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