Schwerpunkte

Elektronen statt Photonen

Kameraloser Ansatz für Gestensteuerung von Exceet Electronics

01. Juni 2015, 17:19 Uhr   |  Markus Haller


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Amerikanisches Parallelkonzept

Auch wenn der Markteinstieg erst jetzt erfolgte, gänzlich neu ist diese Art der kameralosen Gestenerkennung nicht. Bereits im Sommer 2013 berichteten einige Portale über eine Gruppe von Informatikern der University of Washington, die ein sehr ähnliches und vielversprechendes Konzept verfolgten. Es sollte eine deutlich höhere Reichweite als die veranschlagten 10 bis 15 cm ermöglichen und ebenfalls ohne Sichtkontakt zu einem Empfänger auskommen.
Anders als die Schweizer setzten die Informatiker nicht auf ein rein elektrisches Feld und dessen Feldstärkenänderung, sondern auf ein elektromagnetisches Feld und den Dopplereffekt. Dazu sollte das vorhandene WLAN genutzt und mit einem modifizierten Router die Doppler-Verschiebung gemessen werden, die durch die Reflexion an einem bewegten Objekt entsteht - beispielsweise einer Hand, die eine Geste ausführt. Obwohl dieser Effekt sehr klein ist, sollte nicht nur die Messung, sondern auch die Unterscheidung von solchen Doppler-Verschiebungen möglich sein, die durch Alltagsbewegungen erzeugt werden.


Alternative zur optischen Variante?
Aus dem interessanten Konzept ist bisher leider kein fertiges Produkt entstanden und auch die weitere Berichterstattung zu dem Projekt hält sich in überschaubaren Grenzen.
In abgewandelter Form hat Exceet diesen Schritt jetzt nachgeholt und bietet seinen Projektkunden damit eine Alternative zu den kamerabasierten und generell zu den optischen Verfahren an. Noch vor ca. einem Jahr wurden Gestenerkennung und optische Sensoren mehr oder weniger in einem Atemzug genannt: „Die Gestenerkennung ist stark im Kommen und mit ihr die optischen Sensoren“, prognostizierte Dr. Thomas Stockmeier, Vizepräsident und General Manager Industry & Medical bei ams, im Mai 2014 während eines Interviews mit Elektronik-Redakteurin Andrea Gillhuber. Vor dem Hintergrund der damaligen Alternative, der gerätebasierten Gestenerkennung, die über Beschleunigungssensoren z.B. in einem Handschuh funktioniert, konnte man Dr. Stockmeier nur zustimmen. Nachdem die optische Variante seit längerer Zeit seiner Konkurrenz entwachsen ist, gelingt es Exceet vielleicht jetzt, am Markt den Grundstein für eine echte Alternative zu legen.

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2. Amerikanisches Parallelkonzept

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