Schwerpunkte

Interview mit Rigol Technologies

»Wir haben uns in Europa etabliert«

06. November 2020, 12:50 Uhr   |  Nicole Wörner


Fortsetzung des Artikels von Teil 3 .

Eine Frage der Marke?

Kunden kaufen nicht ein Produkt, sondern eine Marke. Würden Sie das so unterschreiben?

Der Preis eines Produktes beeinflusst natürlich die Kaufentscheidung. Und meistens steht hinter einer bestimmten Preiskategorie ja auch gleich ein Hersteller. Rigol hat als Marke mittlerweile ein sehr gutes Standing. Viele Kunden kennen und registrieren uns schon seit Jahren und haben den Rigol-Weg beobachtet. Wir werden bei Kaufentscheidungen immer mehr berücksichtigt. Das hat sich über die vergangenen neun Jahre sehr gut entwickelt. Die Kunden waren anfangs noch etwas vorsichtig, mittlerweile sind wir bei vielen Projekten aber schon gleich mit dabei.

Wie sieht Ihre Produkt- und Technologie-Roadmap aus? Werden Sie weiter in Richtung höherer Frequenzen bzw. Bandbreiten gehen?

In diesem Jahr haben wir bereits einige Innovationen gezeigt. So haben wir kürzlich die bereits erwähnte VNA-Funktion für unseren Echtzeit-Spektrumanalysator vorgestellt, zudem einen HF-Generator bis 13,6 GHz – von vorher 6 GHz. In Kürze werden wir unser MSO8000-2-GHz-Oszilloskop als Rack-Einschub-Version herausbringen, mit dem sich insgesamt bis zu 512 synchronisierte Kanäle realisieren lassen. Zusätzlich planen wir, unser selbstentwickeltes Chipset bezogen auf die Geschwindigkeit, Bandbreite und Abtastrate sowohl nach oben als auch nach unten hin zu erweitern. Einer unserer Hauptschwerpunkte ist aber, nicht nur die Frequenzen und die Bandbreiten zu erhöhen, sondern auch vermehrt applikative Lösungen anzubieten. Nicht zuletzt sind auch weitere Produkte denkbar, beispielsweise elektronische Lasten. Wir haben noch viel Luft in der Entwicklung – nach oben und unten hin. All das wird sich in vielen spannenden Produkten niederschlagen.

Um eine Frage kommt man in diesen Zeiten kaum herum: Welchen Einfluss hat bzw. hatte die Corona-Pandemie auf Ihr Geschäft?

Weil die Pandemie in China begonnen hatte, waren erst einmal unsere Produktion und unsere Lieferkette davon betroffen. Das konnten wir aber innerhalb von drei bis vier Wochen lösen. Den eigentlichen Umsatzeinbruch haben wir gegen Mitte März bis Mitte April erlebt, danach hat sich das Geschäft wieder normalisiert und stabilisiert.

Trotz aller Unwägbarkeiten – welche Prognose wagen Sie für dieses und nächstes Jahr?

Wir erwarten einen starken Jahresausklang 2020 und sind daher auf das gesamte Jahr betrachtet sehr optimistisch. Für 2021 ist die Situation noch sehr unübersichtlich. Kommt es zu einem neuen Lockdown, wird es sicherlich schwierig. Dennoch hat sich die Messtechnik auch in der Krise als sehr robust gezeigt, das lässt uns auch optimistisch auf das kommende Jahr schauen. Messtechnik ist die Grundlage für Innovation.

Das Interview führte Nicole Wörner.

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1. »Wir haben uns in Europa etabliert«
2. Ein starkes Vertriebsnetzwerk ist wichtig
3. Konkurrenz belebt das Geschäft....
4. Eine Frage der Marke?

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