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Mehr Speicher in neuer Scope-Rekorder-Serie

09. Februar 2021, 15:00 Uhr   |  Markus Haller


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Bedienkonzept

Das 10,4-Zoll-LCDs des DL850 wurde im neuen Modell gegen ein etwas größeres 12,1-Zoll-Display getauscht, dass außerdem eine Touch-Bedienung ermöglicht. Mechanische Tasten bleiben weiterhin vorhanden, sodass der Benutzer nun zwischen beiden Bedienvarianten wählen kann. Ebenfalls wählbar ist zwischen einem Oszilloskop- und einem Rekorder-Modus, bei dem das Look&Feel und die Bezeichnung von Einheiten je nach Modus mehr an ein Oszilloskop oder an einen Rekorder angelehnt sind. Neu eingeführt wird mit dem DL950 ein Applikationsmenü. Für verschiedene Messungen steht – analog zu einer Smartphone-App – ein eigenes Messprogramm zur Verfügung, das die für eine Messanwendung typischen Datenaufbereitungen und Darstellungsformen bereitstellt. Zum Beispiel wird im Messprogramm für Drehgeber aus den Messwerten automatisch der Drehwinkel und die Drehrichtung errechnet und grafisch dargestellt.

Datenerfassung und Datenablage

Werden mehrere verschiedene Messgrößen parallel erhoben, erweisen sich unterschiedliche Abtastraten als sinnvoll. Bisher musste an allen Messkanälen die gleiche Abtastrate gewählt werden, sodass bei einer Transientensuche im Strom- und Spannungssignal auch ein parallel erfasster Temperaturwert unnötig hoch abgetastet werden muss und Speicherplatz belegt. Die Möglichkeit, die Abtastrate pro Kanal festzulegen, wurde im DL950 nun geschaffen. Damit kann die anfallende Datenmenge schon bei der Gerätekonfiguration reduziert werden.

FunktionDL850EDL950Unterschied
Speicher (Standard)250 MPunkte1 GPunktex4
Speicher (Max.)2 GPunkte8 GPunktex4
Abtastrate (Max.) @ 12 bit100 MS/s200 MS/sx2
Display10,4 Zoll12,1 Zoll TouchGrößer + Touch
Flash-Speicherneinja (20 MS/s bei 8 Kanälen)Neue Funktion
SoftwareXviewerIS8000Neue Software-Plattform
Geräte-Synchronisationneinja (bis 5 Geräte)Neue Funktion

 

Um relevante Ereignisse zu finden, stehen verschiedene Trigger zur Verfügung, u.a. Fenster-, Flanken-, Und-, Oder-Trigger. Neu ist eine »Action-Funktion«, mit der beim Eintritt eines Triggers eine definierte Aktion ausgeführt wird. Sie kann zum Versenden einer E-Mail als Alarmfunktion genutzt werden oder um bei Unterschreiten eines Schwellenwertes das Speichern einer Messreihe auszulösen. Ein Vergleich zwischen dem neuen ScopeCorder und dem Vorgängermodell zeigt Tabelle 1.

Zielmärkte und Anwendungen

Großen Anwendungsbedarf für ScopeCorder gibt es in der Prüfung von elektrischen Komponenten und Steuergeräten für Fahrzeuge. In der Regel werden hier mehrere Messgrößen über längere Zeiträume parallel erfasst. Der Vergrößerte Speicher und das SSD-Streaming erlauben dafür das Aufzeichnen auch mit hoher Abtastrate. Für die EMV-Prüfung von Steuergeräten werden bis zu 16 Messkanäle benötigt, die schnell genug abtasten, um auch Transienten zu erfassen.

Bandbreite, maximale Abtastrate und die Anzahl an Messkanälen wird über modulare Einschübe festgelegt.
© Yokogawa

Bandbreite, maximale Abtastrate und die Anzahl an Messkanälen wird über modulare Einschübe festgelegt.

Ein Bereich, bei dem sehr viele zeitsynchrone Messkanäle benötigt werden, ist die Unfallforschung. An Crash-Test-Dummys befinden sich laut Continental rund 200 Sensoren zur Messung der auftretenden Kräfte. Ein großer Anwendungsbereich für ScopeCorder ist die Medizintechnik. Sie werden zum Test der Komponenten von Prothesen und Herzpumpen genutzt. Weitere Bereiche sind die Robotik, Umweltforschung und Produktion.

Bezogen werden können die DL950 ab sofort. Die Lieferzeit beträgt rund sechs Wochen. Die Preisspanne beginnt bei rund  15.000 € und reicht – je nach Zubehör – bis 45.000 €.

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