Neue Entwicklungen bei Labormessgeräten #####

Im Gegensatz zu früher, als noch Labor-Messsysteme mit eher fixierten Hard- und Software-Spezifikationen verfügbar waren, sind heute mehr und mehr Modularität und vor allem flexible Erweiterbarkeit gefragt – neben der Präzision selbstverständlich. Hier ein Überblick auf Neuentwicklungen, die ihre interessanten Spezifikationen entweder auf modulare Hard- oder Softwarestrukturen zurückführen können.

Im Gegensatz zu früher, als noch Labor-Messsysteme mit eher fixierten Hard- und Software-Spezifikationen verfügbar waren, sind heute mehr und mehr Modularität und vor allem flexible Erweiterbarkeit gefragt – neben der Präzision selbstverständlich. Hier ein Überblick auf Neuentwicklungen, die ihre interessanten Spezifikationen entweder auf modulare Hard- oder Softwarestrukturen zurückführen können.

INHALT:
Generatoren und Kalibriersysteme: die „Alleskönner“
Fünf Labor-Geräte in einem
Der USB: Auch im Labor sehr geschätzt
Systemfähige 6-1/2-stellige Multimeter: USB und PXI
Komplett-Signalanalyse: WiMAX, HSPA und 4G im Visier
Oszilloskope: Unsichtbares sichtbar machen
Messtechnik „Modular“

Da in Labor-Messtechnik heute praktisch immer ein Windows- Rechner oder wenigstens ein Mikrocontroller implementiert ist, lässt sich eine Software-Erweiterbarkeit verhältnismäßig leicht umsetzen. Auch der Daten-Export oder -Import ist damit problemlos machbar sowie der Zugriff auf viele nützlichen Zusatzfunktionen, die Windows-Programme bereitstellen.

Generatoren und Kalibriersysteme: die „Alleskönner“

Eine wichtige und stets viel genutzte Gerätekategorie im Labor sind die Generatoren und Kalibratoren, von denen es derzeit wieder zahlreiche neue Typvarianten gibt.

Im Bereich der Kalibratoren bringt z.B. Transmille eine neue Serie von Universalgeräten heraus, bestehend aus drei Modellvarianten mit unterschiedlichen Eigenschaften und Fehlerkategorien von 8 bis 50 ppm (Vertrieb: www.compumess.de). Die Neuzugänge finden Verwendung beim Kalibrieren von Analog- und Digital- Multimetern, Oszilloskopen, LCRMessbrücken, Digital-Thermometern, optischen Tachometern, Frequenzzählern, Schreibern, Milliohm-Messgeräten, Leistungsmessern und Netzgeräten. Standardmäßig kalibriert werden die Größen Spannung, Strom, Leistung, Widerstand, Frequenz, Kapazität und Induktivität. Umfangreiches Adapterzubehör gewährleistet das Kalibrieren weitere Produkte wie Netzgeräte, Stromzangen, Thermoelemente und Drucksensoren. Im Vergleich zu den bisherigen Modellen sind die neuen Modelle weiterentwickelt worden, alle drei können beispielsweise Ströme bis 30 A liefern.

Für automatisches Kalibrieren sind die Windows-Softwarepakete „ProCal 3“ und „ProCal 3 Track“ erhältlich, die sowohl die Kalibrierprozedur selbst wie auch die Geräteverwaltung übernehmen; Standard-Zertifikatformulare nach ISO 9000/17025 sind enthalten. Der Import und Export von Daten ist über Visual Basic oder auch Access leicht möglich. Praxisgerecht ist auch die einfache Bildung von Kalibrierprozeduren mit dem „Procedure Wizard“: In wenigen Minuten kann der Anwender damit neue Kalibrierroutinen für neue Gerätearten erstellen oder bestehende Kalibrierroutinen „on the fly“ ändern.

Bei vielen messtechnischen Aufgaben in der Telekommunikation sind definiert gepulste Signale erforderlich. Die Anforderungen an die Erzeugung solcher Signale werden höher und höher und oft sind es sehr komplexe Pulszüge, die gefragt sind. Rohde & Schwarz (www.rohde-schwarz.de) bietet deshalb für die Signalgeneratoren SMU200A, SMJ100A, AMU200A und AFQ100A nun die PC-Software „Pulse Sequencer“ kostenlos zum Download an. Anwender können damit erstmals auf einfache Weise von komplexen Pulsen Bibliotheken erstellen und zu ganz speziellen Pulszügen kombinieren. Neben Zeitverlauf, Hüllkurve, Phase und Frequenzoffset eines Pulses lassen sich die Modulationsarten (z.B. ASK, FSK, BPSK, QPSK, FM chirps, FM oder AM) auswählen. Um reales Systemverhalten nachzubilden kann der Anwender auch Jitter definieren und einfügen.

Universell verwendbar in der allgemeinen Messtechnik wie in der Kommunikationsmesstechnik sind die „Synthesized Signal Generatoren“ (SSG) von EHS (www.ehs-gmbh.com) wegen ihres bemerkenswert großen Frequenzbereiches von 10 MHz bis 4 GHz. Diese Generatoren können mit einem sehr günstigen Preis aufwarten, der auch gerätetechnisch bedingt ist, da sich die Generatoren auf die Basisfunktion beschränken, eine rauscharme und hochpräzise Signalquelle im genannten Frequenzbereich zu sein. Das schwache Phasenrauschen von nur –103 dBc (1 kHz) und ein Frequenzfehler von 2 ppm sind zwei der charakteristischen Eckparameter der Geräte. Frequenz und Amplitude lassen sich direkt am Gerät, über Ethernet, RS232 oder GPIB einstellen. Dabei benötigt ein SSG für einen Frequenzwechsel 2 ms (typisch), mit der Option „HS“ lediglich 200 µs. Die kompakten Generatoren, die extern mit 10 MHz synchronisiert werden können, eignen sich sehr gut als günstige Taktgeneratoren oder LOGeneratoren für Mischerstufen. Wegen der Fernsteuerung und der schnellen Frequenzwechsel bieten sie sich ebenfalls als Frequenzquelle zum Scannen großer Frequenzbereiche und als Komponente automatisierter Prüfstände an.