Mixed-Signal-Designs unter der Scope-Lupe

Tektronix stellt eine neue Serie von Digital-Speicher- und Mixed-Signal-Oszilloskopen vor: Die Serien MSO2000 und DPO2000 vereinen die Funktionen von Oszilloskop, Logikanalysator und Protokollanalysator in einem Gerät.

Die neuen Oszilloskop-Serien MSO2000 (Mixed Signal Oscilloscope) und DPO2000 (Digital Phosphor Oscilloscope) bestehen aus jeweils drei Modellen mit Bandbreiten von 100 MHz bzw. 200 MHz, bieten je nach Typ zwei oder vier Analogkanäle, vielseitige Triggerfunktionen für serielle Bussignale und eine auf die gebräuchlichen Bus-Standards zugeschnittene Protokolldekodierung.

Der Unterschied zwischen den DPO- und MSO-Versionen liegt in den zusätzlichen 16 Digitalkanälen, mit denen die MSO-Modelle ausgestattet sind, so dass damit 20 zeitkorreliert abgetastete Kanäle für die Analyse von max. vier analogen und 16 digitalen Datenströmen zur Verfügung stehen. Gemeinsam ist allen Modellen die Single-shot-Abtastrate von 1 GS/s sowie 1 Mio. Punkte Aufzeichnungslänge auf jedem einzelnen Kanal, so dass mindestens ein fünffaches Oversampling der Kurvenzüge gewährleistet ist. Als Erfassungsrate nennt Tektronix einen Wert von 5000 Kurvenzügen pro s, was das Erkennen von transienten Ereignissen unterstützt.

Variables Tiefpassfilter eliminiert Rauschen

Bekanntlich kann sich durch unerwünschtes Rauschen das Debuggen von gewünschten Signaleigenschaften ausgesprochen schwierig gestalten. Das in den neuen Scopes implementierte Tiefpassfilter namens »FilterVu« soll diesem Problem abhelfen, indem es mit variabler Grenzfrequenz unerwünschtes Rauschen eliminiert. Dabei wird aber, so Tektronix, das Erkennen von Glitches und anderen Signaldetails über die volle Bandbreite des Oszilloskops nicht beeinträchtigt, da das Filter oberhalb der Scope-Bandbreite arbeitet. Das Interessante für den Entwickler daran ist, dass man manuell durch Veränderung dieser Filterfrequenz die Änderungen in der Signaldarstellung durch weggefiltertes Rauschen unmittelbar am 7-Zoll-Farbbildschirm erkennen kann.

Lange Signalzüge rasch durchsuchen

Eine weitere praxisgerechte Funktion ist der »Wave Inspector«, ein softwarebasiertes Tool in der Signalverarbeitung der Scopes, das nach vorgebbaren Kriterien gezielt spezielle Signalabweichungen sucht und diese markiert – ein Pluspunkt besonders bei der Analyse sehr langer Signalsequenzen, die damit in Sekundenschnelle durchforscht werden können.

Ansonsten verfügen alle Geräte über einen Standard-USB-Host-Anschluss auf der Vorderseite und einen USB-Geräteanschluss auf der Rückseite. In den USB-Anschluss auf der Vorderseite kann man z.B. ein USB-Flash-Laufwerk einsetzen. Der hintere Anschluss ist für die Kopplung mit einem PC gedacht, beispielsweise zum Datenaustausch. Der hintere Anschluss ist außerdem PictBridge-kompatibel und ermöglicht den Ausdruck auf PictBridge-fähigen Druckern.

Eine eingeschränkte Version des Softwarepakets LabVIEW SignalExpress von National Instruments ist in Form der »Tektronix Edition« bei allen Geräten im Preis enthalten. Ein Upgrade auf die Standardversion mit über 200 Mess-, Erfassungs-, Analyse- und Berichtsfunktionen ist gegen einen Aufpreis von 608 Euro verfügbar. Ansonsten reichen die Gerätepreise von 2240 Euro für das Zweikanalgerät DPO2012 mit 100 MHz Bandbreite bis zu 4480 Euro für das Vierkanal-Mixed-Signal-Gerät MSO2024 mit 200 MHz Bandbreite und einem Digital-Tastkopf des P6316.

Trevor Smith, Market Development Manager Oscilloscopes bei Tektronix erläutert die wichtigsten Funktionen der neuen Oszilloskop-Serien MSO2000 und DPO2000: