Neuer Roboter der FH Bielefeld Mit dem Rad 2.0 über Stock und Stein

»Ourobot Team« (von links): Die Ingenieurinformatik-Studenten der FH Bielefeld Matthäus Wiltzok, Johann Schröder, Adrian Gucze und Simon Beyer haben Ourobot entwickelt.
»Ourobot Team« (von links): Die Ingenieurinformatik-Studenten der FH Bielefeld Matthäus Wiltzok, Johann Schröder, Adrian Gucze und Simon Beyer haben Ourobot entwickelt.

Studenten der Fachhochschule Bielefeld haben das Rad neu erfunden: Der »Ourobot« ähnelt einer dicken Fahrradkette, doch sitzt in jedem Kettenglied ein eigener Antrieb, mit dem sich der Roboter über Hindernisse bewegen kann. Doch an dieser Stelle endet die Reise des Ourobot noch lange nicht.

Ourobot besteht aus zwölf etwa faustgroßen Kettengliedern. In jedem der Glieder befindet sich ein Antrieb. Vier Studenten aus dem Bachelorstudiengang Ingenieurinformatik der Fachhochschule (FH) Bielefeld haben den Roboter – das Rad 2.0 – entwickelt. Professor Dr. Axel Schneider vom Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik der FH Bielefeld betreut die Studenten. Auch Jan Paskarbeit vom Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) der Universität Bielefeld unterstützt das Projekt.

Im Gegensatz zu vergleichbaren Robotern sind die Kettensegmente mit Drucksensoren ausgestattet, so dass »Ourobot« auch Hindernisse überwinden kann. Der Name ist dem altägyptischen Bildsymbol »Ouroboros« nachempfunden – einer Schlange, die sich selbst verzehrt. »Momentan kann Ourobot nur geradeaus fahren und noch keine Kurven einschlagen, durch die Sensoren erkennt er aber Hindernisse und kann zum Beispiel über ein Buch rollen«, erläutert Paskarbeit. Das Zusammenspiel der einzelnen Glieder beim Überrollen des Hindernisses, ist eine komplexe mathematische Aufgabe. Laut Schneider gibt es noch keine konkrete Anwendung für den Ourobot. Es handle sich um eine Machbarkeitsstudie, also reine Grundlagenforschung.

Ein Höhepunkt für das Team war der Besuch der internationalen Robotik-Konferenz ICRA in Stockholm im Mai dieses Jahres. Die wissenschaftliche Publikation über Ourobot ist dort auf großes Interesse gestoßen. Das Projekt Ourobot ist aber noch längst nicht abgeschlossen, sondern wird immer weiter entwickelt. Die Vision der Betreuer ist, mit dem jetzt zweidimensional arbeitenden Roboter »in die dritte Dimension zu gehen«. Der Roboter soll aktiv deformierbar werden und sich wie eine Amöbe dem Umfeld anpassen – sich ausdehnen und wieder schrumpfen. Auf diese Weise könnte sich Ourobot durch enges Terrain bewegen und Hindernisse durch verschiedene Bewegungen überwinden. Für die 3D-Version des Ourobots haben die Forscher verschiedene Bewegungsvarianten entworfen, die denen einer Kugel oder einer Schlange ähneln. Es steht aber noch einiges an Entwicklungsarbeit an.