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Millimeterwellen-Know-how für Körperscanner

01. Dezember 2016, 10:37 Uhr   |  Nicole Wörner


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Multistatisches Messprinzip und weitere Vorteile

Der R&S QPS200 wartet mit einigen gravierenden Vorteilen gegenüber bestehenden Systemen auf. Der Augenfälligste ist der Komfort für die Passagiere. Bauartbedingt ist die Kontrollstelle optisch durchgängig und breit, so dass weder Fluchtwege versperrt noch behinderte Menschen beispielsweise im Rollstuhl diskriminiert werden. Im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten hat der R&S QPS200 keinerlei bewegte mechanische Teile.

»Ein weiterer Vorteil unserer Lösung ist das multistatische Messprinzip«, führt der Experte aus. »Hierbei senden 3008 Sender nacheinander ein Signal, dessen Reflexion sehr viel breiter wieder erfasst wird – nämlich von allen 3008 Empfängern eines Paneels. Damit erhält man einen sehr viel breiteren Blickwinkel, womit man wiederum viele Konturen wesentlich besser erkennen kann und die Detektionsqualität verbessert wird.« Der Ansatz der Überlagerungen der vielen Empfangssignale funktioniere allerdings nur, wenn das Messsystem eine hohe Stabilität mitbringe. »Temperaturdrift und Toleranzen müssen sicher ausgeräumt sein. Auch hierbei kommt uns unsere Erfahrung aus der Kommunikationsmesstechnik sehr zugute.« Der R&S QPS200 durchläuft lediglich einmal vor der ersten Inbetriebnahme eine Systemfehlerkorrektur im Werk und einen Verifikationstest. Die Kalibrierung muss ansonsten nur einmal pro Jahr überprüft werden. Die Folge: Keine Verzögerungen für die Passagiere in der Abfertigung und kein Zeitdruck und Stress für das Sicherheitspersonal durch Tot-Zeiten des Sicherheitsscanners. »A propos Zeitdruck: Ein weiterer Vorteil des R&S QPS200 ist seine geringe Installationszeit: Innerhalb von einer Stunde ist das System aufgestellt und betriebsbereit, weil alle zeitintensiven Vorarbeiten im Werk vorgenommen werden.«

Das wäre dann auch der Durchbruch…

...für die Vision einer so genannten Walk-Through-Lösung: In einer Art Zickzackgang sollte der Passagier am Flughafen in der ursprünglichen Vision quasi im Hindurchgehen eine Reihe unterschiedlicher Kontrollen durchlaufen, während sein Handgepäck parallel dazu auf einem Förderband eigenen Kontrollen unterzogen wird. Damit sollen rund 400 bis 500 Passagiere pro Stunde durchgeschleust werden. Inzwischen wird an der Umsetzung auf Basis des R&S-QPS200-Designs gearbeitet.

Der R&S QPS200 durchläuft lediglich einmal vor der ersten Inbetriebnahme…

...eine Systemfehlerkorrektur im Werk und einen Verifikationstest. Die Kalibrierung muss ansonsten nur einmal pro Jahr überprüft werden. Die Folge: Keine Verzögerungen für die Passagiere in der Abfertigung und kein Zeitdruck und Stress für das Sicherheitspersonal durch Tot-Zeiten des Sicherheitsscanners.

»A propos Zeitdruck: Ein weiterer Vorteil des R&S QPS200 ist seine geringe Installationszeit: Innerhalb von einer Stunde ist das System aufgestellt und betriebsbereit, weil alle zeitintensiven Vorarbeiten im Werk vorgenommen werden«, so Evers.

Gesundheitlich sind die Scanner nach heutigen Erkenntnissen unbedenklich,…

...denn die Millimeterwellen durchdringen die Haut nicht. Die verwendeten Frequenzen sind einem Kfz-Abstandsradar ähnlich, die Sendeleistung am Ort der Testperson ist kaum messbar und liegt um mehrere Größenordnungen unter der von Mobiltelefonen.

Und wie sieht es mit der Datensicherheit aus? »Gerade in Deutschland sind die Anforderungen an die Datensicherheit sehr groß«, so Evers. »Unsere Körperscanner sind quasi IT-Inseln, das heißt, sie erfassen zwar die Messwerte – das ist schließlich auch ihre Aufgabe –, aber sie sind von außen nicht ansprechbar, und es werden keine individuellen Daten gespeichert. Die Systeme bieten lediglich die Möglichkeit, statistische Werte auszugeben wie etwa Zahl der Passagiere und Alarme, Positionierung der detektierten Stellen, etc.«

Made in Germany

Die Schlüsselelemente des Systems sind deutsche Komponenten. Die Hard- und Software hat Rohde & Schwarz selber entwickelt und dabei eine ganze Reihe an Patenten angemeldet. Die Sende- und Empfangschips wurden gemeinsam mit Infineon entwickelt und werden bei Infineon in Regensburg produziert.

Gefertigt wird das neue System ebenfalls komplett in Deutschland: Die mikroelektronischen Bauteile kommen aus dem Rohde-&-Schwarz-Werk in Memmingen, Montage und Prüfung erfolgen im Werk Teisnach, wo mechanische Präzisionsmechaniken im µm-Bereich möglich sind. Auch hier konnte das Unternehmen Synergien aus dem konventionellen Messtechnik-Segment nutzen.

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1. Millimeterwellen-Know-how für Körperscanner
2. Und wie funktioniert der QPS200 nun?
3. Multistatisches Messprinzip und weitere Vorteile
4. »Normale« und ungewöhnliche Einsatzbereiche / Marktprognosen / Ziele

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