Mehr Aufträge bei sinkendem Bestellwert

Mehr Aufträge bei sinkendem Bestellwert

Dabei hat der Kunde den Vorteil, »dass er nur die Menge bestellt, die er braucht und somit bei den Lagerhaltungskosten spart«, erläutert Niemi. Geld sparen kann der Kunde aber auch bei Terminbestellungen, indem er gleich seinen kompletten Jahresbedarf bestellt und dadurch von den höheren Staffeln profitiert. Dies kann er auch online machen.

»Als Multi-Channel-Distributor lassen wir den Kunden den Transaktionskanal wählen, den er am liebsten nutzt«, erläutert die Farnell-Managerin. Weil online Vorteile bei der Geschwindigkeit, aber auch beim Bereitstellen technischer Daten für Entwicklungsingenieure bietet, nehme der Anteil von Online-Bestellungen jedes Jahr zu – derzeit sind es in puncto Umsatz knapp 50 Prozent. Doch es gibt immer noch Kunden, die ihre Bestellung per Brief zusenden. In Deutschland spielt E-Procurement eine große Rolle vor allem bedingt durch die Warenwirtschaftssysteme, die die Unternehmen einsetzen. Für diese Kunden werden diverse Lösungen offeriert wie der kostenlose Einkaufsmanager i-Buy, der auf der Farnell-Website basiert, aber auch sehr komplexe Firmenstrukturen widerspiegeln kann und Budgetüberwachung mit vielen weiteren Funktionalitäten anbietet. Zusätzlich gibt es kostenlose elektronische Kataloge, die an das E-Procurement-System des Kunden übergeben werden, Punch-Out Kataloge, bei dem das E-Procurement-System des Kunden über ein Webinterface auf Daten zugreift, die bei Farnell gepflegt werden, sowie diverse offene und geschlossene Marktplätze, auf denen Farnell vertreten ist. Und im Unterschied zu Reichelt werden als »wesentlicher Teil« der Multi-Channel-Strategie ca. 30 Außendienstmitarbeiter beschäftigt, die mit ihrem technischen Hintergrundwissen Kunden vor, während und nach dem Kauf unterstützen.

Analog Angelika Reichelt und Pirjo Niemi beobachtet auch Jürgen Lampert, Geschäftsführer der RS Components GmbH, »grundsätzlich einen wachsenden Anteil des E-Commerce, wobei unser Ziel lautet, mit den gesamten E-Commerce-Aktivitäten einen Umsatzanteil von bis zu 50 Prozent zu erreichen«. Um die E-Commerce-Ausrichtung zu unterstreichen, wurde kürzlich die strategische Entscheidung gefällt, Online-Bestellungen von Versandkosten zu befreien, worüber sich in Deutschland rund 120.000 Kunden freuen können. Momentan liegt der Wert einer durchschnittlichen Bestellung bei rund 170 Euro, als Konsequenz der kostenfreien Online-Bestellung werde der Bestellwert aber »zwangsläufig« sinken. Eine wichtige Rolle spiele auch die Zunahme des E-Procurement, weil es künftig immer mehr als ganzheitlicher Prozess betrachtet werde. Noch liege der Fokus aber stark auf der Automatisierung des Beschaffungsprozesses, obwohl annähernd 30 Prozent der Prozesskosten erst nach dem Wareneingang anfallen. »Insbesondere die Rechnungsprüfung und der folgende Clearing-Prozess fallen hier ins Gewicht«, betont Lampert. Deshalb hat RS sich schon vor Jahren für den vollelektronischen Austausch von Rechnungsdaten über OB10 entschieden: Kunden, die diese Form der Abrechnungsvariante wollen, erhalten eine vollwertige elektronische Rechnung.