Mehr Aufträge bei sinkendem Bestellwert

Mehr Aufträge bei sinkendem Bestellwert

An neuen Dienstleistungen hebt der RS-Geschäftsführer ebenfalls in Analogie zu Farnell besonders das Angebot an Produktionsverpackungen hervor, das um Artikel in branchenstandardisierten Verpackungen zur automatischen Eingabe in Bestückungsmaschinen erweitert wurde. So haben Kunden aus dem Bereich der mittleren Mengen eine wachsende Auswahl an elektronischen und elektromechanischen Produkten in den typischen Verpackungsarten Rollen, Stangen, Trays, Boxen, Beutel oder Gurtabschnitten in individuell definierten Mengen. Gleichzeitig hat RS mit der Einführung des Produktionsverpackungs-Services »deutliche Preissenkungen« vorgenommen: »100.000 zusätzliche Staffelpreise für Produktionsmengen führen zu Preissenkungen von bis zu 35 Prozent«, sagt Lampert. Bezüglich der Stückzahlen sehe man sich zwar »grundsätzlich nicht als Konkurrent zur klassischen Volumendistribution, denn unser Angebot bezieht sich auf Stückzahlen, die unterhalb der kleinsten durch den Hersteller lieferbaren Verpackungseinheit liegen«. Doch gerade im Bereich der Vor- und Kleinserienproduktion wollen Kunden nur die benötigte Menge beziehen. Demzufolge sieht Lampert nach wie vor eine »klare Abgrenzung« zur Volumendistribution, andererseits seien die Unterschiede zur Katalogdistribution so groß aber auch wieder nicht. So könne RS punkten mit den Kernkompetenzen, wozu Zuverlässigkeit und Service zählten. Die Lieferzuverlässigkeit prädestiniere RS zum Partner für die Fertigung und JIT-Einsätze.

Was die Marktsituation anbelangt, so beobachtet Farnell-Managerin Niemi »in Deutschland zur Zeit eine Zunahme in der Wettbewerbssituation«, der Lampert ebenfalls beipflichtet: »Zunehmend aggressiv drängen amerikanische Marktbegleiter in den deutschen Markt, der Fokus liegt dabei deutlich auf der Elektronik. « Diese Fokussierung erlaube es den neuen Mitbewerbern, sich innerhalb dieses Segments besonders durch Sortimentsbreite und -tiefe wie auch über die Preisgestaltung abzuheben, »nicht aber über das angebotene Serviceniveau«. Zudem liege der Einstieg weiterer internationaler Konkurrenten auch aus dem asiatischen Raum im Bereich des Möglichen, denn Deutschland werde als Schlüsselmarkt für die Eroberung des europäischen Terrains gesehen. Dennoch ist Lampert angesichts der konkreten und möglichen Bedrohung keineswegs bange, denn die lokale Verwurzelung bringe den Kunden Vorteile etwa dank des eigenen Lagers mit 21.000 m2 Nutzfläche, das täglich 3500 Pakete abwickelt. Zusätzlichen Nutzen für die Kunden verspreche die Aufstockung der Lagerbestände. Und das bereits oben angeführte Geschäft im Bereich der Produktionsverpackungen hat zu einer Erweiterung des Leistungsspektrums geführt. Ein Plus ist auch der Vertriebsaußendienst mit derzeit über 70 Spezialisten für Beratung vor Ort. Die Vertriebsingenieure begleiten Projekte von der Entwicklung bis zur Serienreife und führen auch Schulungen bei den Kunden, auf Hausmessen und bei Gerätepräsentationen durch. (es)