Siemens und Alstom Zug-Allianz soll Europa stärken

Der Geschäftsführer von Alstom Henri Poupart-Lafarge (r) und der Geschäftsführer von Siemens Joe Kaeser haben im September 2017 in Paris die Fusion der Zughersteller auf einer Pressekonferenz angekündigt.
Der Geschäftsführer von Alstom Henri Poupart-Lafarge (r) und der Geschäftsführer von Siemens Joe Kaeser haben im September 2017 in Paris die Fusion der Zughersteller auf einer Pressekonferenz angekündigt.

Siemens und Alstom wollen Gegengewicht zu China schaffen: Der Plan steht, die Spitze des künftigen Verwaltungsrates ist nominiert.

Am Freitag unterzeichneten die Unternehmen das Business Combination Agreement, in dem die Details der im Herbst vergangenen Jahres bekanntgegebenen Pläne geregelt werden. Siemens hält die Mehrheit am Gemeinschaftsunternehmen, das nach der Fusion vor allem der neuen starken Konkurrenz aus China Paroli bieten soll. Die Kartellbehörden müssen dem Zusammenschluss allerdings noch zustimmen.

Darüber hinaus wurde die Spitze des künftigen Verwaltungsrates von Siemens Alstom nominiert: Vorsitzender des Gremiums soll der für die Mobilitätssparte zuständige Siemens-Vorstand Roland Busch werden. Als sein Stellvertreter wurde der französische Industriemanager Yann Delabrière nominiert, der dem Alstom-Verwaltungsrat bereits angehört und an der Spitze von Zodiac Aerospace steht. Auch die Nominierungen gelten vorbehaltlich der Zustimmung der Alstom-Aktionäre sowie der Genehmigung der Allianz durch die Behörden.

»Siemens Alstom hat alle Voraussetzungen für eine europäische Erfolgsgeschichte«, erklärte Busch. Bereits seit einigen Jahren mischt der neue Zug-Riese CRRC aus China im weltweiten Wettlauf um Bahnaufträge kräftig mit. Das Bahngeschäft ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum chinesischen Staatsziel, bis 2025 in allen Schlüsseltechnologien zum Westen aufzuschließen. Der Hersteller aus dem Reich der Mitte ist alleine etwa doppelt so groß wie das neue kombinierte Unternehmen Siemens/Alstom, das auf gut 15 Milliarden Euro Umsatz und weltweit rund 62.300 Beschäftigte kommt.