Kohsel steigert Produktionskapazitäten »Wir mussten etwas auf die Bremse treten«

Frank Schiff (l.) und Morton Kohsel haben die Wachstumsstrategie für die DACH-Region angepasst und setzen nun vor allem auf den Ausbau bereits bestehender Geschäftsbeziehungen.

Im Herbst 2017 war der dänische Transformatorenspezialist Kohsel angetreten, sein Geschäft in der DACH-Region deutlich auszubauen. Da die Resonanz darauf deutlich höher als erwartet ausfiel, konzentriert sich Kohsel nun erst einmal auf den Ausbau des bereits existierenden Geschäfts in Deutschland.

Manchmal wird man schlicht vom eigenen Erfolg überrascht – so erging es dem dänischen Transformatoren-Spezialisten Kohsel bei der Umsetzung seiner Expansionspläne für die DACH-Region. »Wir mussten wirklich etwas auf die Bremse treten«, versichert Frank Schiff, der seit dem Sommer 2017 die DACH-Region verantwortet, »wir sind vom Bedarf schlicht überrollt worden«.

Vor dem Hintergrund steigender Bedarfe auch auf dem skandinavischen Kernmarkt der Dänen hat Kohsel nach Auskunft von Director Morton Kohsel im Laufe der letzten Monate in den beiden Produktionsstätten in Thailand und Lettland über 120 neue Mitarbeiter eingestellt. Zudem wurde mit über 1 Million Euro kräftig in den Maschinenpark investiert, sodass die Produktionskapazität gegenüber 2017 um 50 Prozent gesteigert wurde.

Aktuell entfallen vom Umsatz des Unternehmens, der aktuell bei über 30 Millionen Euro liegt, 50 Prozent auf Europa, 40 Prozent auf Asien und 10 Prozent auf den US-Markt. Setzt sich das dynamische Wachstum des letzten Jahres fort, das bei etwa 25 Prozent lag, dann wird Kohsel das gesteckte Ziel, seinen Umsatz bis 2020 auf 50 Millionen Euro zu steigern, erreichen.

Doch woher kommt die massive Nachfragesteigerung? Nach Darstellung von Schiff und Kohsel hat das unter anderem mit dem Wunsch amerikanischer Kunden nach Alternativen zu asiatischen und wohl vor allem chinesischen Zulieferern zu tun. Das Thema Einfuhrzölle schlägt auch hier durch. »Auf uns sind in den letzten Monaten auch eine ganze Reihe Unternehmen zugekommen, die sehr schnell einen 1:1-Ersatz und eben kein Redesign für einen Trafo haben wollten.«

Im Prinzip geht es dann darum, innerhalb kürzest möglicher Zeit die Versorgung mit dem „neuen“ Produkt sicherzustellen. »Natürlich versuchen wir, basierend auf unsrem langjährigen Know-how bei der Entwicklung kundenspezifischer Transformatoren nicht nur 1:1-Lösungen zu liefern, sondern diese technisch auch noch deutlich zu verbessern«, erläutert Schiff. »Die größte Herausforderung ist dabei oftmals nicht die technische Umsetzung, sondern das Projekt mit vielleicht 20 Zulieferern in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit zu realisieren.«

Entwickelt werden die Transformatorenlösungen im dänischen Hørning. Um das gestiegene Auftragsvolumen besser bewältigen zu können, werden im laufenden Jahr noch zwei weitere Ingenieure eingestellt. Mit gestärkter Entwicklungs- und Vertriebs-Power will Schiff dann das Geschäft in der DACH-Region kurz- und mittelfristig langsam ausbauen. »Wir konzentrieren uns dabei jetzt vor allem auf den Ausbau der bereits bestehenden Geschäftsbeziehungen, die in der Vergangenheit ja bereits für ein Umsatzvolumen von rund 2 Millionen Euro aus Deutschland heraus gesorgt haben.«

Diese Kunden mit ihren gewachsenen Bedarfen in gewohnter Weise schnell und zuverlässig mit erstklassigen Produktlösungen „Designed in Denmark“ zu versorgen habe jetzt erst einmal Priorität. Wenn dies gewährleistet sei und auch interne Umstellungen wie die Einführung einer neuen EDV abgeschlossen seien, werde man sich auch wieder verstärkt der Gewinnung von Neukunden in der DACH-Region zuwenden.