SmarterWorld RF Energy Summit Wie RF Energy die Welt verändert

Dr. Klaus Werner, RFEA: »RF Energy hat das Potenzial, die Karten in vielen Industriebereichen neu zu mischen.«
Dr. Klaus Werner, RFEA: »Wir befinden uns an einem Wendepunkt. In vielen Industrien müssen wir nicht mehr neu erklären, worum es überhaupt geht. Die Entwickler wollen genau wissen, wie sie RF Energy in ihren Systemen anwenden können.«

Die Erzeugung von HF-Energie durch die Solid-State-RF-Energy-Technik führt zu ähnlichen Umbrüchen, wie in der Massenspeicher-, Laser- und Lichttechnik.

Die Halbleiter-Laser haben die Welt genauso verändert wie die preiswerten Massenspeicher. Dass sich Licht elektronisch steuern lässt, hat die Beleuchtungstechnik revolutioniert. All das ermöglichten lesitungsfähige Hableitertransistoren und Chips, die die alten eletromechanischen Techniken zumindest teilweise ersetzen. Jetzt erobern sie sich eine der letzten Bastionen der Röhren.

»Wir befinden uns an einem Wendepunkt. In vielen Industrien müssen wir nicht mehr neu erklären, worum es überhaupt geht. In einigen Bereichen sind die Entwickler bereits aufmerksam geworden und wollen genau wissen, wie sie RF Energy in ihren Systemen anwenden können«, sagte Dr. Klaus Werner, Executive Director RF Energy Alliance, auf dem SmarterWorld RF Energy Summit.

Hier brachte SmaterWorld die eingeschworene Gemeinschaft der Pioniere auf dem Gebiet der Transistoren und Verstärker mit den Herstellern der weiteren Komponente zusammen, die erforderlich sind, um RF-Energy-Subsysteme aufzubauen. Weil auch Integratoren und Vertreter der Supply Chain sowie die potenziellen Anwender aus den unterschiedlichsten Industriesektoren dabei waren, konnten sich die Teilnehmer umfassend darüber informieren, was in der neuen Technik steckt und wie sie sich sinnvoll und wirtschaftlich anwenden lässt.

Dr. Klaus Werner signalisierte in seinem Überblick über den aktuellen technischen und wirtschaftlichen Stand der RF-Energy-Technik vor allem eines: 2017 ist das Jahr des Durchbruchs, 2018 werden bereits recht unterschiedliche Produkte auf verschiedene Märkte kommen. Und vor allem: »Die Preise fallen mit 25 bis 30 Prozent pro Jahr«, so Klaus Werner. Nun sind sie auf einem Preisniveau angekommen, das es ihnen erlaubt, ihre Vorteile gegenüber den bisherigen Systemen unter realen Anwendungsbedingungen unter Beweis stellen zu können – und in Stückzahlen zu vorzudringen, die die Preise weiter sinken lassen. Das wiederum gibt die Chance, in immer mehr, auch Consumer-nahe, Märkte vorzudringen. Dies spiegelt auch die Erfahrung der Hersteller der Komponenten wieder. Sie erleben, dass das die neue Technik Fahrt aufnimmt. Erste Produkte sind bereits am Markt erhältlich.

2018 werden nach Einschätzung der meisten Teilnehmer viele weitere folgen. Zu den Märkten, in denen die RF Energy dafür sorgt, dass die Karten neu gemischt werden, zählen Mikrowellenöfen, Wärme- und Trockenprozesse in der Industrie, Reinigung und Aktivierung von empfindlichen Oberflächen, Plasmalampen, Zündsysteme für Motoren, die Medizintechnik und viele weitere Bereiche, wie einige Präsentationen auf dem SmarterWorld RF Enrgy Summit zeigten.

Die RF Energy Alliance gibt die Richtung vor
 
Einen großen Anteil daran hat die RF Energy Alliance (RFEA). Sie wurde mit dem Ziel gegründet, vollständige Ecosysteme aufzubauen, Standards zu entwickeln und eine Roadmap zu erstellen. Deshalb bilden die Mitglieder der Allianz die gesamte Lieferkette ab: Die Hersteller der Transistoren und Verstärker sind dort genauso zu finden wie die Hersteller der elektromechanischen Komponenten wie Steckverbinder, Kabel, Leiterplatten, Antennen, Kühlsysteme und die Endanwender aus unterschiedlichen Sparten. Die RFEA will dazu beitragen, dass alle Firmen an einem Strang ziehen und sich sicher sein können, in die richtige Richtung zu entwickeln. »Mindestens genauso wichtig ist es, alle potenziellen Anwender über die Möglichkeiten aufzuklären, die in der Technik stecken, und wie sie richtig Einsatz finden kann.

Dieses Wissen aufzubauen, ist extrem wichtig«, erklärt Dr. Klaus Werner. »Deshalb gibt eine Veranstaltung wie der SmarterWolrd RF Energy Summit der gesamtem RF-Energy-Gemeinde frischen Schwung, weil sie wertvolle Aufklärungsarbeit leistet.« Denn bisher kam dafür die gute alte Röhrentechnik zum Einsatz, vor allem Magnetrone, die sich allerdings nicht steuern lassen. Das hatte sogar einen gewissen Vorteil: Weil sich sowieso kaum etwas regeln ließ, mussten aufwändige Verfahren dafür nicht entwickelt werden. Die Magentrons sind relativ einfach einzusetzen. Mit ihren Nachteilen, etwa dem unvermeidlichen Missmatch, mussten die Anwender einfach leben.